Fotograf Kevin McElvaney und seine krassen Fotos

Diese Menschen leben in der Hölle

Kevin McElvaney

Er fotografierte die Menschen auf der verseuchten Computerschrotthalde Agbogbloshie oder die todgeweihten Schwefelarbeiter vom Kawah Ijen: Den Hamburger Fotografen Kevin McElvaney zieht es dorthin, wo andere sich nicht hintrauen. 

"Er kann Bilder, die im Gedächtnis bleiben!", schrieb der NDR mal über Kevin McElvaney. Die berührenden Bilder des 28-Jährigen gingen um die ganze Welt. Mit seiner ersten großen Fotoreihe von Menschen auf der Computermüllkippe Agbogbloshie in Ghana schaffte er 2013 den Durchbruch. 

Kevin McElvaney
Agbogbloshie. Ghana. Vor vielen Jahren ein großes Feuchtgebiet mit üppiger tropischer Vegetation. Mittlerweile ist das Gebiet ein Friedhof. Für elektronischen Müll. Tote und verseuchte Erde. Aber hier leben Menschen ...

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... die aus den Trümmern der Computer und Bildschirme Metalle gewinnen, wie etwa Kupfer, um etwas Geld zu verdienen.

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Aber die Suche nach Metallen macht sie krank, denn in dem zertrümmerten Elektroschrott lauern giftige Stoffe wie Blei oder Cadmium.

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Szenenwechsel. Java, Indonesien. Der Kratersee des Vulkans Kawah Ijen ist ein brodelndes Säurefass. An den Flanken des Vulkans wird Schwefel abgebaut. Mit einfachsten Mitteln.

Kevin McElvaney
Arbeitsschutz? Sicherheitsmaßnahmen? Fehlanzeige! Mit Eisenstangen brechen die Arbeiter Schwefelbrocken ab und tragen sie zur Verladestation.

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Ihr Lohn: 2,50 Euro für 70 kg Schwefel. Mehr als zwei Fuhren pro Tag schafft kaum einer.

Kevin McElvaney
Qualm überall. Gegen die sauren Gase hilft der primitive Mundschutz der Arbeiter kaum...

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... die Dämpfe verätzen ihre Lungen.

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Der Schwefel zeichnet gruselige Bilder auf die Körper der Arbeiter.

Kevin McElvaney
Arbeit unter Lebensgefahr: Immer wieder kommt es zu Eruptionen im Säuresee, bei denen regelmäßig viele Arbeiter sterben.

Der Wahl-Hamburger gilt als Fotograf, den es stets dorthin zieht, wo andere sich nicht hin trauen. So reiste Kevin McElvaney auch nach Indonesien zum Vulkan Kawah Ijen. Der Kratersee wird von Geologen als "größtes Säurefass der Erde" bezeichnet. McElvaney fotografierte dort Schwefelarbeiter, die täglich ihr Leben riskieren. 

"Ich konnte die Kamera in meinen Händen nicht mehr sehen, zu viel Qualm. Es stinkt nach faulen Eiern, aber das ist nicht das größte Problem. Die Augen brannten, genauso wie jeder Atemzug." 

Doch solche Erlebnisse schrecken den Umweltaktivisten nicht ab. Er will den Dingen auf den Grund gehen und aufklären. 2016 möchte der Sohn eines Deutschen und einer Irin eine Fotoreihe im Nordirak aufnehmen. Gerade war er auf der Flüchtlingsroute unterwegs und hat die Geschichten und Schicksale der Menschen dort fest gehalten.

Bild: Kevin McElvaney

Bild: imago/Future Image
Kevin McElvaney zu Gast in einer Talkshow

Kevin McElvaney war am Donnerstag (17.12.) zu Gast bei "Mensch, Theile!" - das Gespräch könnt ihr nachhören:

"Mensch, Otto!" / "Mensch, Theile!"-Podcast 

Klickt unbedingt auch auf die Facebook-Seite von Kevin McElvaney. Dort berichtet er ganz aktuell von seiner aktuellen Reise nach Griechenland.