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Wenn du helfen willst - aber nicht weißt, wie

Immer mehr Obdachlose in Bayern

dpa/ picture-alliance

Sie schlafen unter Brücken, auf Parkbänken, in Hauseingängen. Bei Regen, Schnee und fiesen Minusgraden. Weil das immer noch besser ist, als mit Dutzenden anderen Obdachlosen in den vollen Sammelunterkünften zu hausen. In Bayern leben immer mehr Menschen auf der Straße. Vor allem in den großen Städten. Wie du helfen kannst. 

In München leben geschätzt 550 Menschen dauerhaft auf der Straße, in Augsburg rund 60, in Nürnberg etwa 50. Die Dunkelziffern liegen wohl weit darüber. Viele von ihnen haben wegen des umkämpften Wohnungsmarktes keine Wohnung oder müssen übergangsweise in einer sozialen Einrichtung untergebracht werden. Vor allem in München verschärft sich die Lage durch den Wirtschaftsboom: Viele Menschen aus osteuropäischen Ländern hoffen auf Arbeit, haben aber mangels Qualifikation und/ oder Sprachkenntnissen keine Chance auf dem Arbeitsmarkt.

Obdachlose in Ballungsräume abgeschoben

In kleineren Städten und Gemeinden gibt es kaum Obdachlose - auch, weil sie von dort oft weitergeschickt werden in die Ballungsräume. In einem bekannt gewordenen Fall in Sonthofen hat man einem Obdachlosen geraten, doch nach Bremen oder ins Ruhrgebiet zu gehen, dort seien die Wohnungen billiger. Stefanie Kabisch, die Leiterin der Obdachlosenunterkunft in der Münchener Pilgersheimerstraße, kennt einen Fall, in dem einem Obdachlosen in Regenburg eine Fahrkarte nach München in die Hand gedrückt worden ist - obwohl es da auch Einrichtungen gibt.

So kannst du helfen

Wenn du dich im direkten Kontakt mit einem obdachlosen Menschen unsicher fühlst - es gibt viele Wege, indirekt zu helfen: Die meisten kirchlichen Hilfsorganisationen nehmen Sachspenden (warme Kleidung, Schlafsäcke etc) gerne an; in vielen Städten gibt es zudem öffentliche Tafeln, die Lebensmittel an bedürftige Menschen verteilen. Spenden oder Arbeitskraft wird meist beides gerne angenommen.

Immer wieder sammeln auch Sport- & Outdoorgeschäfte alte Schlafsäcke, um sie an bedürftige Menschen zu verteilen. Da diese Aktionen allerdings mehr oder weniger spontan sind, musst du selbst anfragen. 

In vielen Städten gibt es außerdem so genannte Straßenzeitungen, die unter Mithilfe von Obdachlosen entstehen - etwa BISS (München), Donaustrudl (Regensburg), Riss (Augsburg) oder den Straßenkreuzer (Nürnberg). Mit jeder Zeitschrift, die du einem der Straßenverkäufer abkaufst, verhilfst du einem Obdachlosen zu einem geregelten Einkommen.

Bevor du selbst aktiv wirst, kurz bedenken: Nicht jeder Obdachlose will automatisch Hilfe. Sanitäter berichten immer wieder von Fällen, wo sie von besorgten Passanten zu Odachlosen gerufen wurden - die allerdings jede Hilfe abgelehnt haben. Also zuerst fragen, ob und wie man helfen kann. Wird die Unterstützung akzeptiert, die -112 anrufen. Ist der Gegenüber nicht mehr ansprechbar, ebenfalls die -112 anrufen.

Vorsicht, Facebook-Fake zu "Kältebussen"

Auf Facebook kursieren immer wieder Übersichtstafeln mit den Telefonnummern für die Kältebusse einiger deutscher Städte. Die Fakenews-Jäger von mimikama warnen: Einige dieser Nummern sind falsch, also bitte nicht verwenden. Wichtig zu wissen: Kältebusse sind nicht für Notfälle gedacht; sie fahren feste Routen ab (die den meisten Obdachlosen auch bekannt sind).