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Müssen französische Supermärkte Essen spenden?

Bild: picture-alliance, Montage: BAYERN 3

Zur Zeit haben ganz viele einen Bildpost bei Facebook, in dem steht folgender Text: „Frankreich ist das erste Land, dass [sic] alle Supermärkte dazu verpflichtet, ihr nicht verkauftes Essen an Bedürftige zu verschenken. Teile das, wenn du denkst, der Rest der Welt sollte es ebenfalls so machen.“ Stimmt das? Ist es okay, den Post zu teilen? Oder ist das mal wieder ein Fake?

Gesetz in Frankreich ist Fakt

Das, was in dem Post behauptet wird, stimmt. Zumindest im Großen und Ganzen. Ihr könnt den Post also bedenkenlos teilen. Viel ändern wird das in der Sache freilich nicht.  

Das Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung in Frankreich bedeutet grob gesagt folgendes: Alle Supermärkte, die eine Fläche von mehr als 400 Quadratmetern haben, dürfen nicht verkaufte Lebensmittel nicht wegwerfen, sondern müssen sie spenden.

Klingt gut – aber bringt das auch was?

"Zwei Jahre gibt es das Gesetz nun schon in Frankreich. Resultat: Die Supermärkte und Lebensmittelläden, die verpflichtet sind, weniger Lebensmittel wegzuwerfen, passen deutlich besser auf. Die offizielle Bilanz aus dem Landwirtschaftsministerium gibt es zwar erst zum Jahresende, eine Umfrage unter Supermärkten hat aber ergeben, dass mittlerweile ein besseres Bewusstsein dafür entstanden ist, dass abgelaufene Produkte noch genießbar sind. 94 % der Befragten erklärten, sie würden Lebensmittel spenden, ein Drittel findet, das Gesetz habe diesen Bewusstseinswandel beschleunigt. Auch die Tafeln, die das Ganze bekommen, sind sehr zufrieden. Sie haben jetzt nämlich deutlich mehr zu verteilen." Barbara Kostolnik, BAYERN 3 Frankreich-Korrespondentin

Wie ist die Situation in Bayern?

Auch bei uns geht vieles an die Tafeln – und es gibt zusätzlich auch weitere ehrenamtliche Lebensmittelretter, die bei Supermärkten und Bäckereien die Sachen abholen, die normalerweise im Müll landen würden, und diese weiter verteilen. Auch an nicht Bedürftige. Hauptsache, es wird nichts verschwendet.

Trotzdem – das hat eine Studie ergeben, an der das Kompetenzzentrum für Ernährung in Bayern beteiligt war: Im Lebensmitteleinzelhandel und Großhandel fallen – nur in Bayern – pro Jahr circa 99.000 Tonnen Lebensmittel an, die nicht verkauft werden – und nur etwa ein Drittel davon wird zum Beispiel an Tafeln gespendet.

Brauchen wir auch ein Gesetz?

Das Gesetz in Frankreich geht schon mal in die richtige Richtung – und wird dafür auch zu Recht gelobt. Aber: So ganz löst auch so ein Gesetz das Problem mit der Lebensmittelverschwendung nicht. Es beschränkt sich nämlich auf den Handel. Lebensmittel werden aber auch woanders vernichtet oder verschwendet: in der Landwirtschaft, bei der Verarbeitung, in Restaurants oder Kantinen – und eben auch von uns selbst. Jeder von uns schmeißt im Jahr 43 Kilo Lebensmittel weg, die noch gut gewesen wären!

Perfekt wäre also eine Gesamtstrategie, die alle einbindet. Immerhin: In Bayern gibt es das Bündnis „Wir retten Lebensmittel!“, darin sitzen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Bildung, die an einer gemeinsamen Lösung arbeiten.

Kurzzusammenfassung

In einem Post bei Facebook wird behauptet, dass französische Supermärkte Essen, das nicht verkauft wurde, spenden müssen. Wenn ihr das gut findet, sollt ihr den Post teilen. Fakt oder Fake?