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Fragen und Antworten

Was ihr über die Corona-Warn-App wissen müsst! (Update: 07.07.)

Bild: dpa/picture-alliance

Mehr als elf Millionen Mal wurde die Corona-Warn-App innerhalb der ersten Woche bereits heruntergeladen. Trotzdem sollte das noch nicht das Ende des Andrangs gewesen sein. Das Robert-Koch-Institut rechnet damit, dass sich auch in den nächsten Wochen noch viele weitere Menschen die App herunterladen wollen - und genau das wollen Betrüger nutzen!

Update 07. Juli 2020: Die Corona-Warn-App ist jetzt seit drei Wochen in den AppStores und bereits über 14 Millionen Mal heruntergeladen worden. BR24 Netzwelt-Reporter Christian Schiffer zieht bei den BAYERN 3 Frühaufdrehern Bilanz.

Immer mehr Trittbrettfahrer bringen ähnlich aussehende Apps in den Appstores unter - oder sichern sich Internetadressen, die der offiziellen sehr ähnlich sind. Ein Buchstabendreher, einmal auf der Tastatur den Nachbarbuchstaben ('m' statt 'n') erwischt - und schon landet ihr auf einer falschen Seite. 

Wie leicht so ein einfacher Fehler passieren kann, zeigt eine einfache Google-Suche. Die exakte Wortkombination "Corona-Warm-App" führt zu über 44.000 Ergebnissen, darunter sogar die Websites von Zeitungen und Universitäten. So oft ist dieser Fehler bereits passiert - und niemandem aufgefallen.

Deshalb sollten die Teams hinter einer vielbesuchten Seite wie der Corona-Warn-App immer dafür sorgen, dass auch ähnlich klingende Domains rechtzeitig gesichert sind. Bei vielen Beispielen ist das bereits der Fall: coronawarnapp.de und corona-warn-app.com führen beispielsweise auch auf die offizielle Seite der Bundesregierung. Aber einige Adressen sind wohl unter den Tisch gefallen.

Hier gibt's die Corona-Warn-App:

- für iOS-Smartphones (iPhone) im AppStore 

- für Android-Smartphones bei Google Play

Was soll die App bringen?

Das Tückische am Coronavirus ist, dass wir andere Menschen anstecken, ohne es zu wollen - weil wir gar keine Symptome haben. Ein Mittel, um die Verbreitung einzudämmen, ist es daher, Infizierten-Kontakte nachzuverfolgen. Die können sich dann testen lassen und sich gegebenenfalls in häusliche Quarantäne begeben können. So sollen Infektionsketten unterbrochen und die Pandemie eingedämmt werden.

Bisher geschieht diese Kontaktverfolgung oft noch analog und ihr müsst euch (falls ihr infiziert seid) daran erinnern, mit wem ihr länger zusammen gewesen seid. Problem: Habt ihr gemeinsam in einem Zug oder Konferenzraum gesessen, kennt ihr euren Gegenüber ja manchmal gar nicht. Auch aus diesem Grund müssen wir im Moment in Restaurants Kontaktdaten auf Papierzetteln abgeben.

Die geplante Corona-App soll die Kontaktnachverfolgung digital ergänzen – ohne das Gedächtnis des Infizierten und ohne Zettelwirtschaft. 

Bild: dpa/picture-alliance

Wie soll die App funktionieren?

Die Kontaktnachverfolgung mit der Corona-App soll über Tracing funktionieren, für das wiederum Bluetooth-Technologie eingesetzt wird. Bluetooth sendet – viele kennen von Kopfhörern – ein Signal über mehrere Meter. Das macht man sich bei einer Tracing-App zunutze. Jedes Handy, das die Corona-App installiert hat, kommuniziert so mit jedem anderen Handy.

So "weiß" Handy A, welche anderen Handys über einen längeren Zeitraum in seiner Nähe waren. Infiziert sich nun der Besitzer von Handy A, kann das Gerät an alle Handys, die länger in seiner Nähe waren und die App installiert haben, eine Warnung schicken. Die Besitzer der anderen Handys bekommen eine Push-Nachricht und können sich testen lassen. 

Weder die Handys noch die Besitzer oder Behörden wissen, wo das Treffen stattgefunden hat oder wer die beteiligten Personen sind. Klar ist nur, dass die Handy-Besitzer über längere Zeit eine relativ kurze Distanz hatten und dass dabei eine Ansteckung passiert sein könnte.

Und das klappt wirklich?

Bluetooth kann Geräte in der nähesten Umgebung erkennen und sich auf den Handys merken. Diese technische Komponente dürfte einigermaßen zuverlässig funktionieren, zumal ja ohnehin nur als Kontakt gewertet werden soll, was mehrere Minuten andauert. Menschen, denen ihr auf der U-Bahn-Rolltreppe oder beim Spazierengehen über den Weg lauft, gehören nicht dazu. Es geht nur um Personen, mit denen ihr längere Zeit auf engstem Raum zusammen wart, bei langen U-Bahnfahrten oder beim Essengehen etwa.

Zugleich ist Bluetooth natürlich nicht besonders genau. Sitzt man einen Abend lang im Restaurant und bemerkt später eine Infektion wird wohl der ganze Raum gewarnt. Ein wenig grob ist das System vermutlich also schon, könnte aber nach und nach dazu lernen.

Warum hat die App im Apple App Store eine Altersfreigabe 17+?


Die Apple-Richtlinien sind sehr streng. Problem bei der App sind offiziell "medizinische/Behandlungs-Informationen", und die sind bei Apple erst ab 17 erlaubt. Das scheint der Knackpunkt zu sein.

Bild: dpa/picture-alliance

Was, wenn sich Menschen "zum Spaß" per App Corona-infiziert melden?

Wer positiv auf Corona getestet wurde, muss diesen Status bestätigen lassen, bevor man seine Kontakte informiert. Das soll über einen QR-Code geschehen, den man von einem Testlabor erhält oder über eine TAN, die man bei einer Telefonhotline erfragen kann.

Wie viele Nutzer müssen die App installieren?

Ob die App ihren Zweck erfüllen kann, hängt letztlich aber vor allem von einem Faktor ab: wieviele Leute installieren sich die App auf ihrem Handy. Wenn das nur wenige machen, können auch nur wenige bei Kontakten mit Infizierten gewarnt werden oder als Infizierte ihre Kontakte warnen. Experten gehen davon aus, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung die App laden müssten. Viele, gerade ältere Menschen haben kein Smartphone.

Bei den 60 Prozent handelt es sich um einen Durchschnittswert. Es ist denkbar, dass in bestimmten Milieus oder Gegenden diese Zahl erreicht wird und in anderen nicht. Dann hätte die App aber trotzdem einen Effekt. Klar ist: Eine App allein kann gegen Corona nicht helfen. Sie kann nur ein Baustein sein in einer größeren Anti-Corona-Strategie.

Warum dauerte die Entwicklung so lange?

Ihr sollt die App freiwillig nutzen, deshalb solltet ihr auch Vertrauen in den Datenschutz haben. Deswegen haben sich die Verantwortlichen letztlich für eine dezentrale Speicherung der Daten entschieden. Die ist sicherer, weil persönliche Daten wie der ID-Code des Nutzers und sein Gesundheitszustand nicht auf einem Server, sondern getrennt voneinander gespeichert werden. Eine dezentrale Datenverarbeitung ist allerdings für die Entwickler auch deutlich aufwendiger. Zudem dauerte auch die Entscheidung, ob die App dezentral oder zentral arbeiten soll, einige Zeit.

Ist die App Pflicht?

Nein. Das Warnsystem basiert auf freiwilligen Nutzern, niemand ist verpflichtet eine entsprechende App zu nutzen. Auch eine Regelung, die bestimmte Freiheiten an die Nutzung der App koppelt ("Nur wer die App auf dem Handy installiert hat, darf wieder ins Freibad") ist derzeit nicht geplant. Grüne und Linke im Deutschen Bundestag fordern allerdings ein eigenes Tracing-Gesetz, um unter anderem auch sicherzustellen, dass Nicht-App-Nutzer nicht diskriminiert werden.

Ihr seid übrigens nicht verpflichtet, euer (positives) Testergebnis den Kontakten mitzuteilen, auch wenn ihr die App installiert habt.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Die Frage, wie man die App möglichst datenschutzfreundlich gestaltet, bestimmte von Anfang an die Diskussion. Nicht zuletzt daher hat sich die Bundesregierung für eine freiwillige Tracing-App entschieden, deren Daten dezentral gespeichert werden. Außerdem wurde bereits vor der Veröffentlichung der App, der Quellcode, also die "Architektur" der App, für alle zugänglich gemacht. So können Datenschützer, Bürger, Experten und Kritiker sich selbst ein Bild über die App machen.

Die dezentrale Verarbeitung der Daten soll verhindern, dass Cyberkriminelle oder auch Behörden intime Daten eines Menschen abgreifen können. Kurz gesagt werden Identifikationsnummer, Bluetooth-Kontakte und Gesundheitszustand einer Person getrennt gespeichert. Wer also Zugriff auf einen Server hat, kann entweder nur ID-Nummern (ohne Namen dazu) auslesen oder nur Gesundheitszustände.

Hinzu kommt die grundsätzliche Entscheidung für eine Tracing-App statt für eine Tracking-App, wie sie etwa in Island im Einsatz ist. Eine Tracking-App verfolgt ihren User und erstellt ein Bewegungsprofil: Sie weiß etwa, in welchen Supermärkten, Restaurants, U-Bahnen und Wohnungen ein User in den vergangenen 14 Tagen und warnt auf dieser Basis, wenn an einem dieser Orte zur gleichen Zeit auch ein Infizierter war. Auch diese Methode funktioniert theoretisch. Allerdings wollen viele Menschen nicht, dass eine App oder der Staat mitschneidet, wo sie sich aufhalten.

Eine Tracing-App, wie sie jetzt in Deutschland zum Einsatz kommt, merkt sich statt dem Standort eines Handys nur, welche anderen Handys in der Nähe sind. Diese Daten sollen nur auf dem Handy gespeichert werden, sind aber nicht für die User einsehbar. Zudem werden keine Namen anderer Handy-Besitzer gespeichert, sondern lediglich zufällige ID-Nummern, die sich zudem regelmäßig ändern, um eine Rückverfolgung zu verhindern. Es werden bei einer solchen Tracing-App letztlich also überhaupt kaum Daten generiert und diese noch dazu dezentral verarbeitet.


Bild: unsplash.com / Markus Winkler

Wer hat die App entwickelt?

Hinter der App stehen die Bundesregierung und die deutschen Unternehmen SAP und Telekom. Kostenpunkt für die Entwicklung waren offenbar rund 20 Millionen Euro.

Gibt es das nur in Deutschland?

Nein. Viele andere Länder innerhalb und außerhalb Europas haben Apps und auch andere digitale Werkzeuge im Einsatz, die bei der Bekämpfung von Corona helfen sollen. Auch unsere Nachbarn aus Österreich, die ebenfalls auf Tracing setzen. Andere Länder wie Island, Norwegen oder auf andere Art und Weise auch Südkorea setzen dagegen auf Tracking.

Was für ein Handy brauche ich?

Grundsätzlich sollte nahezu jedes halbwegs aktuelle Smartphone mit der App klarkommen. Android und Apple haben sogenannte Schnittstellen bereitgestellt, sodass die Entwickler der App eine passgenaue Version für die gängigen Smartphones bauen konnten. Mindestanforderung bei Android-Handys ist die Version 6.0, die 2015 veröffentlicht wurde. Auch für die Besitzer von Huawei-Handys, die keine Google-Dienste installiert haben, wird die App verfügbar sein. iOS-Nutzer müssen die aktuelle Version des Betriebssystems installieren, damit die App funktionieren kann (iOS 13.5). Für Besitzer sehr alter Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone oder einem Blackberry-System dürfte es dagegen keine Corona-App geben.

Zugleich muss das Smartphone natürlich eine Bluetooth-Funktion haben, damit die App funktionieren kann.

Ist Bluetooth überhaupt geeignet?

Bluetooth hat zunächst den Vorteil, dass das Signal nur über wenige Meter reicht. Das verhindert schon einmal viele Probleme in Sachen Datenschutz und Co. Dennoch sollten Sie bei Anfragen zur Koppelung von Geräten – etwa in der U-Bahn - aufpassen und überlegen, ob sie Sinn machen.

Bluetooth kann zudem dafür sorgen, dass ihr Akku etwas schneller zur Neige geht. Sie sollte es dennoch nicht ausschalten, wenn die App funktionieren soll. Ein extremer Energiefresser ist Bluetooth aber nicht.

Kurzzusammenfassung

Lange hat es gedauert, doch nun ist sie endlich da: Die Corona-Warn-App soll bei der Bekämpfung des Coronavirus helfen. Was bringt sie? Wie funktioniert sie? Kann das klappen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen für euch.