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Boostern, Impfdurchbrüche, Nebenwirkungen

Gemeinsam gegen Corona – die wichtigsten Antworten zur Impfung!

Bild: unplash.com / @cdc

Wann soll ich mich boostern lassen? Bedeuten Impfdurchbrüche ein Impfversagen? Hilft die Impfung auch gegen Omikron? Hier sind die wichtigsten Fragen von euch  - mit den Antworten der Experten!

1) Wer ist infektiöser - Geimpfte oder Ungeimpfte?

Das Risiko für Geimpfte, sich überhaupt anzustecken, ist deutlich kleiner als bei Ungeimpften, sagt das Robert Koch-Institut (RKI). Wenn sich Geimpfte aber angesteckt haben, können sie auch andere infizieren. Allerdings ist der Zeitraum der Virusausscheidung bei geimpften Infizierten kürzer als bei ungeimpften Infizierten.

Die Delta-Variante und das Nachlassen der Impfwirkung sorgen dafür, dass Geimpfte infektiöser sind, als man zuerst dachte. Trotzdem ist das Risiko, dass geimpfte Infizierte "das Virus übertragen, auch unter der Deltavariante deutlich vermindert", so das RKI.

Wahrscheinlich wird der Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften kleiner, je länger die Impfung her ist. Eine Booster-Impfung kann das ändern.

2) Ist beim Boostern eine Kreuzimpfung zwischen Biontech und Moderna sinnvoll?

Wer seine Zweitimpfung mit Biontech hatte, der kann auch Moderna als Booster bekommen - und umgekehrt. Das sagt die Ständige Impfkommission. Ist so eine Kreuzimpfung mit zwei verschiedenen Impfstoffen bei der Auffrischungsimpfung sogar besser? Bisher kann die Wissenschaft das nicht sicher sagen. Sicher ist: Egal welcher Impfstoff bei der ersten und zweiten Impfung eingesetzt wurde - durch die dritte Spritze mit Biontech oder Moderna wird der Impfschutz wieder deutlich aufgefrischt.

3) Wann soll ich mich boostern lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die dritte Corona-Impfung allen Menschen ab 18 Jahren. Der Booster kann in Bayern bereits fünf Monate nach dem Abschluss der ersten Impfserie erfolgen. Studienergebnisse belegen die Notwendigkeit gerade bei älteren Menschen und Risikopatienten.

4) Biontech oder Moderna - mit welchem Impfstoff auffrischen?

Für Personen unter 30 Jahren empfiehlt das Gremium "ausschließlich" den Einsatz des Biontech-Impfstoffes. Für alle über 30 Jahre sind beide derzeit verfügbaren mRNA-Impfstoffe (Biontech, Modern) gleichermaßen geeignet.

5) Herdenimmunität - wie viele Geimpfte braucht es dafür?

Forscher gehen davon aus, dass eine Herdenimmunität, bei der das Virus gar nicht mehr zirkulieren kann, mit den bisher zugelassenen Impfstoffen wahrscheinlich nicht zu erreichen ist. Das liegt unter anderem daran, dass die Delta-Variante hoch ansteckend ist, und dass auch Geimpfte das Virus noch verbreiten können. Das heißt aber nicht, dass die Impfung nichts nützt: Das Robert Koch-Institut hat kalkuliert, dass mit diesen Impfquoten der Pandemieverlauf wahrscheinlich gut zu beherrschen wäre:

- 90 Prozent Geimpfte unter den Über-60-Jährigen

- 85 bis 95 Prozent Geimpfte unter den 12- bis 59-Jährigen.

6) Bedeuten Impfdurchbrüche ein Impfversagen?

Impfdurchbrüche, immer mehr Geimpfte in den Krankenhäusern: Einige sprechen schon vom großen Impfversagen. Tatsächlich zeigen die Zahlen: Die Impfung wirkt. Und sie offenbaren ein immens hohes Risiko für Ungeimpfte, ins Krankenhaus zu kommen. Die Aufschlüsselung der 7-Tage-Inzidenz nach Impfstatus gibt einen ersten Hinweis darauf, wie groß der Einfluss der Impfung auf das Infektionsgeschehen ist. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Bayern veröffentlicht diese Gegenüberstellung einmal wöchentlich. Demnach liegt die 7-Tage-Inzidenz bei Ungeimpfte bei ungefähr 1600, bei vollständig Geimpfte bei 100 (Stand: 02.12.)

7) mRNA und Totimpfstoff - wo sind die Unterschiede?

Klassische Totimpfstoffe enthalten entweder ganze, abgetötete Krankheitserreger oder Teile davon. Hinzu kommen meist Hilfsstoffe, sogenannte Adjuvantien, die die Immunantwort verstärken. Solche Totimpfstoffe werden schon sehr lange gegen unterschiedliche Krankheiten eingesetzt wie etwa Tetanus oder Grippe.

Die neuen mRNA-Impfstoffe dagegen enthalten keine fertigen Teile des Coronavirus, sondern nur den genetischen Bauplan dafür. Man kann sie aber ähnlich verwenden wie Totimpfstoffe, weil keine Viren im Impfstoff sind, die sich vermehren können.

8) Welche Nebenwirkungen wurden bei Kindern und Jugendlichen beobachtet?

Wie bei jeder anderen Impfung auch kann es bei der Corona-Impfung zu Nebenwirkungen kommen. Dabei wird unterschieden zwischen Impfreaktionen und Impfkomplikationen. Impfreaktionen (Müdigkeit, Fieber, Kopfschmerzen) sind nur vorübergehend und zeigen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert.

Impfkomplikationen gehen weit darüber hinaus, sie sind eine deutliche Belastung des Gesundheitszustands - treten aber auch viel seltener auf.

Eine relativ häufig auftretende Impfkomplikation im Zusammenhang mit der Corona-Impfung ist eine Herzmuskel-Entzündung. Sie tritt vor allem bei Menschen unter 30 auf. Bei männlichen Jugendlichen wird das in Deutschland etwa ein Mal pro 12.000 Zweitimpfungen gemeldet, bei Mädchen ist es deutlich seltener.

9) Hilft die Impfung auch gegen Omikron?

Ganz sicher weiß niemand, ob die derzeitigen Corona-Impfstoffe auch vor der Virus-Variante Omikron schützen. Dafür liegen noch zu wenige Daten vor. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sagen aber: Der Impfschutz verschwindet nicht völlig, wenn eine neue Variante auftritt, er wird höchstens schwächer.

Das vermutet man auch bei Omikron, jene Variante des Corona-Virus, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "besorgniserregend" eingestuft hat. Wahrscheinlich schützen die Impfstoffe nicht mehr so gut, wie sie gegen Delta schützen. Aber sie schützen immer noch besser als gar keine Impfung.

10) Sollte man warten, bis die Impfstoffe an Omikron angepasst sind?

Impfstoffe, die an Omikron angepasst sind, werden nach Aussage der Hersteller voraussichtlich frühestens im März oder April nächsten Jahres verfügbar sein. Bis dahin ist die Gefahr groß, dass man sich mit Corona infiziert. Denn die Schutzwirkung der Impfstoffe lässt nach einigen Monaten deutlich nach. Insofern ist es nicht ratsam, das Boostern hinauszuschieben. Ohnehin herrscht in Deutschland bislang die Delta-Variante vor. Und bei einer Infektion mit dieser bieten die bisherigen Impfstoffe einen sehr guten Schutz vor schweren Krankheitsverläufen.

Kurzzusammenfassung

Wann soll ich mich boostern lassen? Bedeuten Impfdurchbrüche ein Impfversagen? Hilft die Impfung auch gegen Omikron? Hier sind die wichtigsten Fragen von euch - mit den Antworten der Experten!