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Aus Angst vor Corona

Social Distancing auf dem Fußballplatz: Kreisligist verliert 0:37

Bild: colourbox

Ein 0:37 in einem Spiel der 3. Kreisklasse geht um die Welt. Weil die Spieler der SG Ripdorf Molzen Angst vor einer Corona-Infektion haben, gehen sie allen Zweikämpfen im Spiel gegen den SV Holdenstedt aus dem Weg. Im Schnitt fällt alle 2 1/2 Minuten ein Tor.

Komplizierte Anti-Manndeckung

Beim Eckball wurde es schwierig. Wenn die vielen Spieler des SV Holdenstedt II nach vorne in den Strafraum kamen, um das 27. oder 34. Tor zu erzielen, beispielsweise der Achtfach-Torschütze Rick-Matthis Müller, "dann wurde es schon knifflig", sagt Ripdorfs Trainer Patrick Ristow. Denn die SG Ripdorf Molzen II spielte beim 0:37 (0:23) in der 3. Kreisklasse eine komplizierte "Anti-Manndeckung" - aus Angst vor Corona. Social Distancing auf dem Fußballplatz.

Ein Fußballspiel ohne Freistoß und Fouls

Ein Spieler des Gegners, das ist der Ausgangspunkt, wurde nach dem Kreispokalfinale als Kontaktperson zu einem Corona-Infizierten identifiziert. "Die folgende Quarantäne war uns zu kurz", sagt Ristow. Holdenstedt lehnte seiner Schilderung gemäß eine Verschiebung ab, das Nichtantreten hätte "eine höhere Geldstrafe" zur Folge gehabt: "Und die können wir uns in diesen Zeiten absolut nicht leisten." 

Andererseits finden sich Personen aus Risikogruppen in der seiner Mannschaft. Ein Spieler ist gerade Vater geworden, das ist ihm zu heikel. Der Vater eines anderen hat eine Lungenentzündung. Das Team beschließt: Sieben Freiwillige werden auflaufen und zu jedem Gegenspieler zwei Meter Abstand halten. Die Tore fallen in der 1., 2., 5., 6., 8., 9. Minute. Der Schiedsrichter ist genervt. Holdenstedt hat quasi 100 Prozent Ballbesitz: Denn hätte Ripdorf den Ball, würde der Gegner ja angreifen. Es wird ein Spiel ohne Foul oder Freistoß. 

Gefoult wurde allerdings womöglich kräftig abseits des Rasens. "Es hat nie einen offiziellen Antrag für Spielverlegung gegeben. Nur die Trainer haben kommuniziert", sagte der Holdenstedter Abteilungsleiter Charly Krug. «Ich hätte mir die Sorgen und Nöte gerne angehört. Natürlich wäre eine Spielverlegung möglich gewesen. Die Mannschaft hat sich freiwillig testen lassen." 

Kurzzusammenfassung

Ein 0:37 in einem Spiel der 3. Kreisklasse geht um die Welt. Weil die Spieler der SG Ripdorf Molzen Angst vor einer Corona-Infektion haben, gehen sie allen Zweikämpfen im Spiel gegen den SV Holdenstedt aus dem Weg. Im Schnitt fällt alle 2 1/2 Minuten ein Tor.