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PULS Reportage

Gendern: Eure drei Top-Argumente dagegen

YouTube/PULS Reportage

Es fängt schon im Titel an: “Pilze sammeln für Anfänger*innen”, “Wie gefährlich ist es für Jüd*innen in Deutschland?” oder “Wie gefährlich sind Ernährungstipps von Influencer*innen?”. Diese Überschriften haben wir bereits für unsere Reportagen verwendet. Und auch in den Filmen selbst, in Kommentaren, Instagram-Stories, Instagram-Posts, Direct Messages und so weiter – wir von PULS haben uns dafür entschieden, geschlechtergerechte Sprache überall zu verwenden. Das bedeutet, dass wir Frauen und Menschen, die sich keinem Geschlecht zugeordnet fühlen, in der Sprache sichtbar und hörbar machen.

Vielen von euch gefällt das. Laut einer Umfrage auf unserem Instagram-Account mit über 5000 Teilnehmer*innen finden über 80 Prozent unserer Community Gendern gut. Und über die Hälfte versucht selbst zu gendern. Aber: Teile unserer Community können nicht nachvollziehen, warum wir gendern. Deswegen schauen wir uns in dieser Reportage eure stärksten Gegenargumente genauer an und fragen: Was spricht eigentlich gegen das Gendern?

VORWURF 1: GEGENDERTE SPRACHE VERSTEHT DOCH NIEMAND!

Zuerst wollen wir testen, ob es tatsächlich stimmt, dass geschlechtergerechte Sprache, schlechter zu lesen und dadurch schlechter verständlich ist. Deshalb sollen Passant*innen auf der Straße bewerten, wie verständlich die Anleitung zu einem Spiel ist. Der Clou: Einen Text haben wir mit Sternchen gegendert, ein zweiter ist mit generischem Maskulinum geschrieben. Dieses Experiment haben wir an einen wissenschaftlichen Versuch angelehnt, den Forscher*innen mit deutlich mehr Teilnehmer*innen durchgeführt haben. Alle Ergebnisse findet ihr in der Reportage.

VORWURF 2: GENDERN BRINGT ÜBERHAUPT NICHTS!

Das würde bedeuten, dass es in der Wahrnehmung keinen Unterschied macht, ob man gendert oder nicht. Auch zu dieser These haben wir ein Experiment durchgeführt, das an eine wissenschaftliche Studie angelehnt ist - mit Grundschüler*innen! Wegen der aktuell geltenden Einschränkungen im Schulsystem konnten wir leider nicht an einer Grundschule drehen. Deswegen haben wir ein Experiment hervorgezaubert, das Ari vor fünf (!) Jahren zum Thema Gendern mit Viertklässler*innen durchgeführt hat. Die Test-Frage war, ob sich die Mädchen von gegenderten Berufen (“Astronaut*in”) mehr oder weniger angesprochen fühlen wie von nicht-gegenderten Berufen (“Astronaut”).

VORWURF 3: GENDERN DISKRIMINIERT!

Dieser Vorwurf kommt häufig auch von Frauen. Das Argument: Beim Gendern wird das Geschlecht von Frauen herausgestellt. Ein schwieriger Fall! Deswegen haben wir zu dieser Frage einen Gender-Experten befragt. Und zwar den Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch von der FU Berlin.

Eine Sache ist uns besonders wichtig: Jede*r darf für sich selber entscheiden, ob er*sie gendern möchte. Gleichzeitig sollte sich aber auch jede*r zumindest damit auseinandergesetzt haben, was für Vor- und Nachteile geschlechtergerechte Sprache mit sich bringt.