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Schuldirektor redet Klartext bei den BAYERN 3 Frühaufdrehern

"Manche Schüler haben wir einfach nicht mehr erreicht!"

Nach den Sommerferien soll in den Schulen in Bayern endlich wieder geregelter Unterricht stattfinden. Aber wie wird sich der normale Schulalltag verändern - und was sind die Lehren aus Homeschooling und Corona-Krise? Tomi Neckov ist Rektor an der Frieden-Mittelschule in Schweinfurt und gibt im Gespräch mit den BAYERN 3 Frühaufdrehern zu: "Die Kinder, die keine oder nur wenig Unterstützung zu Hause hatten, die sind uns durchs Raster gefallen."

Was lief in diesen Corona-Zeiten gut – und was nicht?

Es gibt keinen Lehrer, keine Lehrerin, die vor dem 13. März den Begriff "Homeschooling" gekannt hat. Wir standen an diesem 13. März in der ersten großen Pause im Lehrerzimmer: Ich habe gesagt, am Montag ist hier alles dicht, es darf keiner mehr in die Schule. Wie es weitergeht, kann ich euch nicht sagen. Aber irgendwie müssen wir das jetzt hinkriegen. Dafür, dass das so spontan war, hat es in den meisten Fällen wirklich gut geklappt, weil die meisten Lehrer echt kreativ waren und alles gegeben haben.

Wir haben viele Nachrichten von Eltern bekommen, dass genau das von Ihnen jetzt gelobte eben nicht geklappt hat...

Die Erwartungen waren natürlich relativ hoch. Und am Anfang war es auch so, dass die meisten gesagt haben, dass die Lehrer einen tollen Job machen. Aber da ist im Laufe der Zeit die Stimmung gefühlt ein bisschen gekippt. Schade eigentlich, denn die Lehrer haben sich echt reingehängt, um das so gut wie möglich hinzukriegen.

Was lief weniger gut?

Ganz ehrlich: Die Situation hat viele von uns auch überfordert. Die Kinder, die keine oder nur wenig Unterstützung zu Hause hatten, die sind uns durchs Raster gefallen. Das tut uns als Lehrer einfach leid und da blutet das Herz… Manche Schüler haben wir da einfach nicht mehr erreicht. Die sind abgetaucht, die haben wir telefonisch nicht mehr erreicht. Wir haben die Jugendsozialaufsicht vorbeigeschickt, da macht keiner auf – und wir wissen teilweise gar nicht, wo die Kinder waren und was sie gemacht haben. Denen fehlte die Tagesstruktur, die haben bis mittags geschlafen. Bei denen wird es ab September echt schwierig, die wieder in den geregelten Ablauf hineinzubekommen.

Was wäre ihr Wunsch für die Zukunft an die Politik? Mehr Geld, mehr Lehrkräfte?

Geld macht keinen Unterricht. Natürlich muss das Geld bereitgestellt werden von der Politik, aber du brauchst dann halt auch das entsprechende Personal. Und da ist es schwierig. Wir leben in Zeiten des Lehrer-Mangels, jetzt kommt Corona, die ganzen Sozialarbeiter sind auch weg - das ist eine große Herausforderung für uns Lehrer. Ich kann nicht beantworten, wie es weitergeht. Das muss die Politik machen.