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Nach dem Orkan "Friederike"

Welche Versicherung zahlt welche Schäden?

Bild: dpa/picture-alliance

"Friederike" hat vor allem im Norden Bayerns örtlich schwere Schäden angerichtet: Keller wurden überflutet, Bäume knickten auf Autos, Dachziegel flogen von Häusern. Zusätzlich zum Ärger kommt schnell die Frage auf: Wer zahlt? Versicherungen kommen nicht in jedem Fall für Schäden auf.

Welche Schäden zahlt welche Versicherung?

Dachziegel und Fensterscheiben: Alle Schäden, die direkt am Gebäude entstanden sind, übernimmt die Wohngebäudeversicherung, erläutert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Wird der Keller überschwemmt, zahlt sie aber nur, wenn extra eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen wurde. Sie gleicht Schäden durch Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch oder Lawinen aus. 

Bei neuen Abschlüssen werden nach Angaben des Verbands zwar meist Wohngebäude und Elementarschaden-Versicherung in Kombination angeboten, doch ob er auch beide nimmt, bleibt dem Kunden überlassen. Bei alten Verträgen fehlt außerdem oft der Versicherungsschutz gegen Erdrutsche und Sturzfluten aus überlaufenden Bächen und Gullys.

Elektrogeräte und Möbel: Für Schäden am Wohnungsinventar ist die Hausratversicherung zuständig. Sie zahlt etwa für Elektrogeräte, die nach einem Blitzschlag beschädigt wurden, oder Möbel, die der Regen infolge einer zerbrochenen Scheibe durchnässt hat. Aber auch hier gilt: Bei Überschwemmungen und Starkregen reicht eine Hausratversicherung alleine nicht, weil diese Schäden nur durch eine Elementarschadenversicherung abgedeckt sind. Sie wird allerdings in Kombi mit der Hausrat angeboten - da bitte die eigene Police checken.

Auto: Bei Schäden an stehenden Autos greift die Teilkaskoversicherung. Für den Versicherungskunden fällt nur die vereinbarte Selbstbeteiligung an. In der Teilkaskoversicherung sind das meist 150 Euro. Falls sich eine Reparatur lohnt, wird diese von der Versicherung bezahlt. Oftmals liegt bei überfluteten Autos aber ein Totalschaden vor. In diesem Fall zahlt die Versicherung den Wiederbeschaffungswert des Autos. Viele Versicherer bieten auch eine sogenannte Neupreis-Entschädigung an. In solchen Fällen zahlt der Versicherer den Kaufpreis des Autos - abzüglich der Selbstbeteiligung. Gegenstände, die zur Zeit des Hochwassers zwar im Auto liegen, aber nicht zum Fahrzeug gehören (CDs, Sonnenbrille, usw.), können durch die Kfz-Versicherung nicht ersetzt werden. Nicht übernommen werden generell außerdem auch Schäden durch Überflutungen, wenn der Autofahrer sich fahrlässig selbst in Gefahr begibt. Die trifft etwa dann zu, wenn er eine überschwemmte Fahrbahn benutzt.

So solltet ihr den Schaden melden

Damit ihr nicht auf den Schäden sitzen bleibt, die nach so einem Unwetter schnell mal in die Zehntausende gehen können, solltet ihr vor allem schnell reagieren. Denn häufig müssen Versicherte laut Vertrag die Schäden unverzüglich melden, damit sie den vollen Versicherungsschutz nicht gefährden, betont beispielsweise der Bund der Versicherten (BdV). Dies sollte schriftlich per Einschreiben erfolgen. Als erste Maßnahme kann es aber auch ausreichen, anzurufen oder eine E-Mail mit einer Schadensbeschreibung zu schicken. Wer von einem Vermittler betreut wird, sollte auch diesen unverzüglich informieren.

Die Versicherung muss die Möglichkeit haben, den Schaden zu begutachten. Zur Dokumentation sollten Betroffene Fotos machen, rät der BdV. Daneben ist eine genaue Aufstellung der beschädigten Gegenstände sinnvoll sowie Zeugenaussagen. In der Regel wird die Versicherung einen Gutachter schicken, der sich den Schaden ansieht. Wichtig zu beachten: Beschädigte Gegenstände nie ohne ausdrückliche Zustimmung des Versicherers entsorgen.

Allerdings gilt auch: Der Versicherte muss den Schaden gering halten. Zerbrochene Fenster muss er also abdichten oder Hausrat im Keller in Sicherheit bringen, wenn zum Beispiel mehr Regen droht und die Schäden dadurch noch größer werden könnten. Sich einfach zurückzulehnen in der trügerischen Sicherheit, dass die Versicherung sich um alles weitere kümmert, kann schnell nach hinten losgehen.



Mit Material von BR24 und dpa und ADAC

Kurzzusammenfassung

"Friederike" hat vor allem im Norden Bayerns örtlich schwere Schäden angerichtet: Keller wurden überflutet, Bäume knickten auf Autos, Dachziegel flogen von Häusern. Zusätzlich zum Ärger kommt schnell die Frage auf: Wer zahlt? Versicherungen kommen nicht in jedem Fall für Schäden auf.