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Das krasseste Tattoo im BAYERN 3 Team

Heimatliebe zu Bayern unter der Haut

Michael Pustal/Montage: bayern3.de

Michi Pustal (31) aus dem BAYERN 3 Team hat SEIN Bayern immer bei sich. Auf seinem linken Arm. Da ist ein buntes, krasses Bayern-Tattoo. Die Story von einem, der sich immer wieder unter die Nadel legt - und warum er das tut.

"Es ist einfach so superschön, in Bayern zu leben." Michael Pustal aus dem BAYERN 3 Team liebt Bayern - die Berge, die oberbayerischen Seen, den coolen Dialekt, das Lebensgefühl. Bayer zu sein ist für ihn das Allergrößte. Okay, so fühlen viele Bayern. Aber aus Heimatverbundenheit seine Haut nadeln lassen, unter fiesen Schmerzen? Und vor allem mit Motiven, die erst mal uncool erscheinen? No way.

Anders Michi. Der (31) ist ein Mordstrumm Mannsbild, wie die Bayern sagen, dabei ein echter Schatz, der mit seinem Lächeln alle restlos für sich einnimmt. Er arbeitet als Grafiker im BAYERN 3 Team. Er ist ein großer Kerl, den man nicht übersieht. Auch, wenn er kein Kurzarm-T-Shirt trägt: Michi ist 1,98 Meter groß, durchtrainiert, trägt Sneaker in der Giganten-Größe 51.

So viele krasse Schmerzen unter der Tätowiernadel - wieso?

Acht Sitzungen, rund 30 Stunden unter der Tätowier-Nadel, das sind eine Menge Schmerzen. "Wenn einem als Bayer so viel Gutes widerfährt, kann man schon mal Schmerzen aushalten." Er lacht. "Das Tattoo zeigt, wer und was mich geprägt hat. Und das will ich immer bei mir haben." Mehrere tausend Euro hat er dafür investiert. Er wird oft gefragt, warum er sich statt der vielen Bilder auf seiner Haut nicht lieber Bilder zum Aufhängen kauft. "Ein Bild kann ich abhängen oder beim Umzug einfach zurücklassen. Wenn ich etwas mein Leben lang bei mir trage, muss es unglaublich wichtig sein und zu 100 Prozent für mich passen", sagt er dann. Und die Qual ist noch nicht zu Ende: Einen Termin im Tattoostudio hat er noch vor sich.

Das erste Tattoo war das "Münchner Kindl"

Im Oktober 2015 fängt Michis Geschichte an. Michi sucht einen Tätowierer, der ihm ein Münchner Kindl in Aquarell-Technik stechen kann, ein sogenanntes Water Colour Tattoo, mit soften Farbverläufen und ohne harte Konturen. Im Internet findet er Luca, einen Deggendorfer mit italienischen Wurzeln. Heute, viele Sitzungen später, sind beide Freunde geworden. Warum ausgerechnet das Münchner Kindl? Kein naheliegendes Motiv für einen jungen Kerl. Das Münchner Kindl steht als kitschiger Salzstreuer bei Oma auf dem Buffet. Oder ist auf den Bierkrug gedruckt. Ein Kind in Mönchskutte als Tattoo. Wie bitte? Kann aber auch richtig stark aussehen:

Michi ist in Augsburg geboren, seine Familie zieht nach München, als er noch sehr klein ist. Jugendzeit in Deggendorf und jetzt wieder zurück in München. Minga ist für ihn die "schönste Stadt der Welt" und sein Zuhause - er fühlt sich als echter Eingeborener. Deswegen ist er und hat er ein Münchner Kindl.

Gestochen hat es Luca Limito - ausgebildeter Künstler, Bühnenbildner und Genie an der Tattoonadel. Michi, selbst Grafiker und für den Look von bayern3.de verantwortlich, entwirft zusammen mit Luca sein Bayern. Sein linker Arm: ein farbenfrohes, barockes und sehr stylisches Kunstwerk, mit allem, was Bayern hergibt: Da sind die Wabenstrukturen der Allianzarena als Ballon, der Monaco Franze, Engel Aloisius, Pumuckl, Breze, Bierkrug, Hopfendolde, ein Charivari. Und mittendrin Bayerisch - fei, Lausbua, a gmahde Wiesn, Bazi, A bissel was geht immer, Obacht, Spatzl.

"Die Größe des Tattoos war am Anfang noch gar nicht so festgelegt. Das kam dann in einem kreativen Flash mit Luca. Wir wollten dann doch eher eine Geschichte erzählen und alles verbinden. Bayern hat halt einfach zu viel Schönes zu bieten."

Sein Bayern-Panorama ist einfach nur schön, man kann gar nicht wegsehen und entdeckt immer Neues. Es bedeckt mittlerweile seinen gesamten linken Arm. Und so ein ganzer Arm, das ist eine ganze Menge Haut bei einem so großen Kerl. Da passen eine Menge bayerische Ikonen, Ausdrücke und Symbole drauf. Und das sind:

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Alle Bilder: Michi Pustal

Das Making of Monaco Franze ...

Der Monaco Franze (Helmut Fischer)

„Ja, den hab ich das erste Mal wirklich im Bayerischen Fernsehen gesehen. Ich weiß nicht mehr genau, wo und wann, aber ich war relativ jung. Und dann natürlich wurde er im Freundeskreis wieder Kult. Mag einfach den Typ, die Denkweise und das Lebenslustige. Sein Lifestyle ist sehr freiheitlich, der hat sich nicht dreinreden lassen. Seine Haltung war: Man kann erstmal 'Ja' sagen und schauen, was passiert. Wenn es nicht passt, kann man sich immer noch anders entscheiden.“

"A  gmahde Wiesn", "Spatzl" und "A bissel was geht immer" (steht auf Michis Lebkuchenherz) - diese zwei Zitate stammen auch aus der Kult-Fernsehserie. 

Bei einem USA-Aufenthalt fragt ihn eine Frau in Las Vegas, ob das Männerportrait auf seinem Unterarm sein Vater sei. Der Mann sähe ihm nämlich ähnlich. Michi erklärt geduldig, wer der Monaco Franze ist und übt mit den Amis schnell noch die korrekte Aussprache von "Franze".

fei - das bayerische Silberl, das immer passt

DAS bayerische und fränkische Universal-Wort überhaupt: "fei". Passt immer. Das erste Mal nachgewiesen im 12. Jahrhundert. Kann bedeuten: Wirklich, echt, gewiss, voll, übrigens. Fei kann man immer verwenden, um es wichtiger zu machen. Beispiel: "Des konnst fei net mocha!" Übersetzung: "Das kannst du wirklich/echt nicht machen."

Breze - ohne sie geht gar nichts im Leben des Michi P.

„Wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo eine Breze her.“ 

Vor dem Kindergarten ging es mit dem Papa in München immer zur Bäckerei, eine Breze kaufen. Geheimritual unter den Männern. Und Mama hat sich gewundert, wieso die Kindergarten-Brotzeit oft ungegessen zurückkam. Brezn sind Michis liebster Snack.

Kürzlich in der U-Bahn: Er steht mit Kopfhörern da, hat aber keinen Sound an, weil er gerade einen Song sucht. Zwei junge Frauen steigen ein und stellen sich in die Nähe. Sagt die eine: "Schau, der hat eine Breze auf dem Arm, sieht lecker aus." Die andere: "Stimmt, wie der Typ, an dem sie hängt." Michi grinst und guckt sie an – das eine Mädel wird knallrot, das andere lacht sich schlapp.

Maßkrug mit Schaum

Der Schaum hat die Form seines Lieblingsberges, des Säulings. Von dem Berg in den Ammergauer Alpen ist Michi seit seiner Kindheit fasziniert. Seine Großeltern sind Dauercamper am Forggensee. Dort verbringt er oft die Sommerferien.

Und Bier trinkt der FC Bayern-Fan eh gern.

Der Engel Aloisius - Zefixhalleluja!

„Aloisius ist für mich Kult. Klar, man kennt die Serie und hat das alles geschaut, auch haben ihn oft Ältere zitiert. Und da ich ab und an auch ein typisch-bayerischer Grantler in leichter Form bin, passt er ganz gut zu meinem Gemüt.“

Engel Aloisius wurde vom bayerischen Schriftsteller Ludwig Thoma erdacht: Alois Hingerl ist Gepäckträger am Münchner Hauptbahnhof, bevor ihn eines Tages der Schlag trifft und er in den Himmel kommt. Der Münchner Grantler macht sich schlecht als Engerl auf seiner Wolke. Den ganzen Tag frohlocken und singen, das ist zuviel für ihn. In seiner Verzweiflung schreit er irgendwann "Zefixhalleluja"! Gott, den er damit aus dem Mittagsschlaf weckt, betraut ihn dann doch lieber mit einer Sonderaufgabe - Aloisius darf wieder nach München fliegen ...

Wer den grantigen Engel noch nicht kennt, schaut sich hier seine Geschichte an. Leichter könnt ihr euch ein paar saubere bayerische Flüche nicht draufschaffen ... Und "Zefixhalleluja", auch zu lesen auf Michis Arm, ist da noch der harmloseste.

bayern3.de

Ein typischer Münchner Grantler ist der Aloisius. Fluchen kann er am besten ;-) Michi fühlt sich ihm verbunden.

Charivari, was ist das?

Michis Vater ist Förster und geht auf die Jagd. Deswegen ist das Charivari-Tattoo eine Verbeugung vor ihm. Denn: Ein Charivari war lange in Bayern nicht nur ein Schmuckstück und Statussymbol der Bauern, sondern wurde ursprünglich als Talisman auf der Jagd getragen. An einer schweren Silberkette hängen Münzen und Teile von Tieren wie Kümmerer (verkümmerte Geweihteile), Tierzähne (Grandln) und Dachsbärte, vorne an der Lederhose.

"Charivari war eigentlich so ein spontaner Entschluss. Ich finde es als Schmuckstück super interessant, weil es über jeden auch wieder ne Geschichte erzählt. Vielleicht findet sich ja ein älterer Michael oder Anton, der einen würdigen Nachfolger für sein Charivari finden möchte…"

Das Bayern-Tattoo hat vieles für Michi Pustal verändert

Michi hat durch sein Tattoo interessante Begegnungen mit Wildfremden, die ihn ansprechen. Er ratscht in der U-Bahn mit Menschen, die ihm Fragen zu seinem Tattoo stellen oder im Biergarten. Und, wenn er auf Wanderungen in den  Bergen unterwegs ist. Michi arbeitet nicht nur für BAYERN 3 als Schauspieler verschiedener Web-Clips, sondern für alle möglichen Film- und Fernsehproduktionen als Statist. Seit sein Arm bunt ist, bekommt er manche Rollen nicht mehr. Aber das macht ihm gar nichts, damit hat er gerechnet: "Das Tattoo ist mein 'Keine-Beinfreiheit-im Flieger-Gefühl' für den Alltag."

Er macht weiter mit Bayernmotiven auf der Haut. Auf seinem rechten Bein.

Kurzzusammenfassung

Ein großer Kerl mit einem großen Tattoo. Und seine Geschichte. Die erzählt von seiner Liebe zu Bayern, seiner Heimatliebe. Michi Pustal aus dem BAYERN 3 Team, 31 Jahre alt, trägt bayerische Ikonen wie den Monaco Franze, Pumuckl und Aloisius, den grantigen Münchner Engel unter der Haut.