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Diversity in Kinderbüchern

Diversity: Diese Kinderbücher sind gut und richtig vielfältig!

Bild: imago pictures (xMaskotx , MA48412)

Die Prinzessin ist Schwarz*, der kleine Junge spielt mit Puppen und Mama war mal ein Mann. Nach Kinderbüchern mit solchen Heldinnen und Helden müsst ihr in den meisten Buchhandlungen lange oder sehr gezielt suchen. Denn noch immer stecken auch neue Bücher voller (Rollen-)Klischees - von den Klassikern ganz zu schweigen. Hier findet ihr eine Auswahl an Titeln, die wie sehr empfehlen können.

Bücher helfen Kindern dabei, die Welt so zu sehen, wie sie eigentlich ist: nämlich bunt und vielfältig. Umso wichtiger ist es, dass diese Bücher unsere Gesellschaft so divers wie möglich abbilden. In den letzten Jahren ist beim Thema Vielfalt in Kinderbüchern zwar eine Menge passiert. Aber für viele dieser Werke gilt: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Es gibt Bücher, die zu viel auf einmal wollen. Das Prinzip Holzhammermethode. Dabei sollte immer die Geschichte an sich im Mittelpunkt stehen. Nicht das Thema Diversität. Es reicht, wenn in den Geschichten die Vielfalt einfach drinsteckt. Hautfarbe oder sexuelle Orientierung sollten nicht extra betont werden müssen, sondern als selbstverständlich dargestellt werden.

Seit 2018 gibt es sogar ein eigenes Siegel für Vielfalt in Bilder-, Kinder- und Jugendbüchern: Das Kimi-Siegel. Das Siegel ist eine gute Anlaufstelle für empfehlenswerte Bücher. Das BAYERN 3 Team legt euch außerdem diese Kinderbücher besonders ans Herz:

"Little People, BIG DREAMS" (von Isabel Sánchez Vegara)

Die Buchreihe für Kinder ab 3 Jahren erzählt von den beeindruckenden Lebensgeschichten großer Menschen: Jede dieser Persönlichkeiten, ob Künstlerin, Pilotin oder Wissenschaftler, hat Unvorstellbares erreicht. Dabei begann alles, als sie noch klein waren: mit großen Träumen. Die Bücher zeigen, dass du alles erreichen kannst, egal welcher Herkunft oder welchen Geschlechts. Es vermittelt Kindern nicht nur geschichtliches Wissen, sondern starke Vorbilder.

Bild: Insel Verlag GmbH

"Akissi" (von Marguerite Abouet)

Akissi ist ein Mädchen – und zwar ein freches Mädchen, das sich nichts sagen lässt! Sie lebt mit ihren Eltern, ihrem großen Bruder Fofana und ihrer großen Schwester Victorine in Abidjan, der größten Metropole der Elfenbeinküste. Was Akissi hier alles erlebt, das wird in 14 kurzen Comic-Geschichten erzählt. Eine Schwarze Heldin, die Vorbild für alle Kinder sein kann. Die Geschichten sind tiefgründig und durchdacht, ohne belehrend zu wirken. Sie zeigen Möglichkeiten auf anstatt sie vorzuschreiben. Ab 6 Jahren.

Bild: Reprodukt Verlag

"Nelly und die Berlinchen" (von Karin Beese & Mathilde Rousseau)

"Nelly und die Berlinchen" ist eine Diversity-Kinderbuchreihe für Kinder von 3-6 Jahren. Die Berlinchen – das sind Nelly, ein Afrodeutsches Mädchen, Amina, Tochter einer muslimischen Familie und Hannah, mit einer alleinerziehenden Mutter. Die drei sind die besten Freundinnen – in der Kita, auf dem Spielplatz oder auf Schatzsuche. Das Bilderbuch zeigt den Alltag von Kindergartenkindern in der Hauptstadt Berlin – in seiner ganzen Vielfalt und ohne zu diskriminieren, die verschiedenen Hautfarben bleiben unthematisiert und kommen selbstverständlich vor.

Bild: HaWandel Verlag

"Kalle und Elsa. Ein Sommerabenteuer" (von Jenny Westin Verona & Jesύs Verona)

Kalle und Elsa fahren zusammen mit Elsas Eltern an den Strand. Dort möchten sie das tiefste Loch der Welt graben. In dem Buch geht es um starke Kinder, beide handeln eigeninitiativ, erwachsene Menschen spielen kaum eine Rolle. Die Kinder sind divers in Bezug auf Hauttöne und Geschlechterrollen: Elsa ist mutig und initiativ, Kalle darf weinen und sich trösten lassen. Ab 3 Jahren.

Bild: Bohem Press

"Julian ist eine Meerjungfrau" (von Jessica Love)

Julian liebt Meerjungfrauen – am allerliebsten wäre er selber eine. Da entdeckt er in der U-Bahn drei Frauen in schillernden Kleidern und hoch aufgetürmten Haare. So will Julian auch aussehen und verkleidet sich zuhause als Nixe. Und zum Glück hat er eine Großmutter, die ihn genauso akzeptiert wie er ist - und ihm sogar noch ihre alte Goldkette umlegt!

Damit bietet das Bilderbuch in einer einzigen Geste eine so kraftvolle und klare Botschaft, wie sie andere Bücher auch nach 300 Seiten und zehn inhaltlichen Toleranzkeulen nicht vermitteln können." (Zeit online)
Bild: Knesebeck Verlag

Anmerkung:

* Schwarz / Schwarze Menschen

Schwarze, Schwarzer oder Schwarzer Mensch sind Ausdrücke, die ihr laut Experten sagen könnt. Denn diese Begriffe haben Schwarze Menschen selbst für sich gewählt. Sie wurden nicht zuerst von anderen so genannt. Wer sich als Schwarzer Mensch bezeichnet, drückt damit aus, dass er sich zu einer Gruppe von Menschen zählt, die aufgrund ihrer Hautfarbe Erfahrungen mit Rassismus machen. Mit "Schwarz" ist natürlich nicht wirklich die Farbe Schwarz gemeint. Deshalb wird Schwarz in diesem Fall auch mit großem "S" geschrieben. Also zum Beispiel "ein Schwarzer Mensch." So soll deutlich gezeigt werden, dass es sich nicht wirklich um die Farbe handelt.

Kurzzusammenfassung

Die Prinzessin ist Schwarz*, der kleine Junge spielt mit Puppen und Mama war mal ein Mann. Nach Kinderbüchern mit solchen Heldinnen und Helden müsst ihr in den meisten Buchhandlungen lange oder sehr gezielt suchen. Denn noch immer stecken auch neue Bücher voller (Rollen-)Klischees - von den Klassikern ganz zu schweigen.