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Vor dem Fuchs gerettet

Rehkitz "Fini" findet Familie in Oberstdorf

Bild: privat

Findel-Rehkitz Fini wird von Marie-Theres aus Oberstdorf liebevoll aufgenommen. Und mit dieser Liebe (und viel Fachwissen) wird aus dem Kitz ein ganz selbstständiges, junges Reh. Die Geschichte dieser ungewöhnlichen Begegnung.

Marie-Theres Boxler (29) und ihr Mann Thomas (33) leben auf einem Ponyhof in Oberstdorf. Im Sommer verfängt sich ein Reh im Zaun. Thomas kann es befreien. Es ergreift die Flucht. Doch das Reh lässt etwas Kleines aber sehr Wichtiges zurück. Ihr Kitz liegt verängstigt im Gras. Die Boxlers beobachten das Kleine. Sie wollen abwarten, ob die Mama zurück kehrt, um ihr Baby abzuholen. Doch das Reh kommt nicht. Stattdessen pirscht ein Fuchs um das Kitz herum. Der ist den Boxlers wohl bekannt. Denn der hat sich schon einige Hühner vom Hof geschnappt. Marie-Theres ist die Situation zu gefährlich. Deshalb entschließt sie sich, das Kleine vor dem Fuchs zu retten. Was folgt, sind anstrengende Tage. Und Nächte!

Ein Reh aufzupäppeln ist kein Spaziergang

"Fini", so tauft Marie das Kitz, hat Hunger. Sie bekommt alle drei Stunden das Fläschchen. Natürlich auch in der Nacht. Eine Zeit, die die junge Frau extrem beansprucht. Denn sie kümmert sich nicht nur um das Reh-Baby. Sie hat selbst noch eines daheim. Sohn Pius ist erst 1,5 Jahre alt, als Fini zu Familie Boxler kommt. Er lernt mit dem Kitz praktisch das Laufen. Auch der ältere Sohn der Familie, Mathis, ist noch klein. Der Vierjährige bekommt mit Fini eine ganz besondere Spielkameradin. Denn das kleine Reh schließt ihre neuen Brüder genau so ins Herz, wie die es mit ihr machen.

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Bild: privat

Auf diesem Bild ist Fini erst wenige Tage alt.

Knallharte Arbeit

Marie-Theres sagt rückblickend, dass diese Zeit sie wirklich geschafft hat. "Das war knallharte Arbeit!", sagt die Oberstdorferin. Denn wenn mehrere Kinder in der Nacht ankommen und Bedürfnisse anmelden, müssen die eben auch erfüllt werden. Auch wenn die mal nicht so appetitlich sind. Während man bei Babys einfach die Windel wechseln kann, geht das bei einem Rehkitz nicht. Das braucht Hilfe bei den Ausscheidungen. Normalerweise übernimmt das Mama-Reh. In diesem Fall aber Marie-Theres. Woher sie solche Dinge wusste? Sie hat sich viel mit dem Tierschutz ausgetauscht. Zudem ist ihr Papa Jäger. Der verfügt natürlich über Know-How in Sachen Wildtier.

Einmal die Woche zu Besuch - Das ist unser Deal

Während Fini mit viel Liebe heran wuchs, erweiterte sie ihren Radius kontinuierlich. In den ersten Tagen wich sie ihrer Ersatz-Mama nicht von der Seite. Nach und nach unternahm sie aber immer längere Erkundungstouren. Heute ist Fini praktisch ausgewildert. Der Jäger weiß Bescheid. Er hat mit Marie-Theres die Vereinbarung getroffen, dass ihr Reh nicht geschossen werden darf. Sie steht mindestens einmal in der Woche in der Tür der Boxlers, um sich Streicheleinheiten und eine handvoll getrockneten Löwenzahn abzuholen. Manchmal bleibt sie auch über Tage weg. Doch noch nie war sie länger als eine Woche von ihrer Familie getrennt. "Das ist unser Deal. Sonst mache ich mir Sorgen", sagt Marie-Theres. Eben genau wie jede andere normale Mama eines gerade flügge gewordenen Kindes eben auch. 

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Du hast auch etwas Außergewöhnliches erlebt? Ein Reh adoptiert? Eine Weltreise mit dem Skateboard gemacht oder einen Verein ins Lebens gerufen? Schick uns deine Geschichte an deinestory@bayern3.de!

Kurzzusammenfassung

Rehkitz "Fini" wäre fast dem Fuchs zum Opfer gefallen. Doch eine junge Frau aus Oberstdorf gab der Kleinen ein liebevolles, neues Zuhause. Und sogar Geschwister!