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Gewalt gegen Kinder nimmt zu

Was tun, wenn ihr Gewalt beobachtet?

Bild: picture-alliance/dpa

Die Zahlen von Gewalt gegen Kinder sind im Jahr 2016 erneut gestiegen. Kinderschützer und Behörden sind alarmiert. Sexueller Missbrauch erreicht durch Smartphones und soziale Netzwerke eine neue Dimension. Ganz wichtig: Nicht wegschauen - helfen!

133 Kinder unter 14 Jahren wurden im vergangenen Jahr ermordet, totgeschlagen oder tödlich verletzt. Es waren drei mehr als im Vorjahr. Auch bei versuchten Mord- und Tötungsdelikten gab es einen Anstieg von 52 auf 78. Die Zahl der Opfer von Misshandlungen war 2015 leicht gesunken auf 3.950. 2016 stieg sie wieder an – auf 4.237. Das Bundeskriminalamt nennt die Zahlen "alarmierend".

Sexuelle Gewalt: Bis zu eine Million Opfer

In Berlin stellte die Deutsche Kinderhilfe gemeinsam mit anderen Kinderschutz-Organisationen, Wissenschaftlern und Ermittlern die Kriminalstatistik zu kindlichen Gewaltopfern vor. Alle Anwesenden sahen großen Handlungsbedarf.

Fast 14.300 Kinder wurden 2016 aktenkundig Opfer sexueller Gewalt, fast 400 mehr als 2015 und in etwa so viele wie 2014. Die Dunkelziffer dürfte viel höher sein. Julia von Weiler vom Verein "Innocence in Danger" zitierte eine Studie der Universität Ulm. Demnach sind bis zu eine Million Kinder betroffen. Das wären zwei in jedem deutschen Klassenzimmer.

Soziale Netzwerke für Täter „paradiesisch“

Durch digitale Medien habe sexuelle Gewalt gegen Kinder eine neue Dimension gewonnen. Für Julia von Weiler ist das Smartphone „das ultimative Tatmittel“. Damit können Täter mit ihren Opfern permanent in Kontakt bleiben.

Mehr Geld für Ermittler und Jugendämter

Die Forderung der Deutschen Kinderhilfe und der anderen Kinderschutz-Experten: Höhere Strafen – und mehr Geld. Zum einen für die Strafverfolgungsbehörden, damit diese in der digitalen Welt besser ermitteln können, zum anderen für Jugendämter. Außerdem müsse man die Betreiber sozialer Netzwerke in die Pflicht nehmen, geschützte Räume für Kinder zu schaffen.

Was tun, wenn ich Gewalt beobachte oder vermute?

Kindesmisshandlungen ereignen sich vor allem innerhalb der Familie. Opfer sind deshalb auf Hilfe von außen angewiesen – und das umso mehr, je jünger sie sind, sagt die Polizei. Aber wie erkenne ich Kindesmisshandlung und an wen wende ich mich? Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes hat Tipps und Anlaufstellen zusammengefasst.

[Sendung: BAYERN 3 Update]

BR24 / Wolfgang Kerler