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Rechnet sich der Umstieg?

Steigende Energie- und Heizkosten: Welche Anlage lohnt sich jetzt für dein Haus?

picture-alliance | CHROMORANGE / Christian Ohde

Die steigenden Energiepreise stellen Hausbesitzer vor viele Fragen. Rechnet sich ein Umstieg? Wie kompliziert ist das alles? Und wie kommt ihr an Zuschüsse für die Modernisierung eurer Anlage ran? Hier ein Überblick!

Die Preise für Strom, Gas und Öl werden immer teurer: Wir sind mitten in einer Inflation. Wie lange sie noch weitergehen wird, kann leider niemand vorhersagen. Doch schon jetzt wird dem ein oder anderen sicher Bang, wenn er an den kommenden Winter denkt. Denn besonders im Energiebereich ist alles teurer geworden, die Preise für Heizöl etwa haben sich beinahe verdoppelt. Bei Gas sieht es kaum anders aus: Wer zum Beispiel bei den Stadtwerken München sein Gas bezieht, muss ab August gleich 70 Prozent mehr bezahlen als noch im vergangenen Jahr.

Gleichzeitig gibt es Fördermittel für umweltfreundliche Energieanlagen. Damit soll ein Ansporn geschaffen werden. Denn Deutschland soll bis 2045 klimaneutral sein: also nur so viel Energie verbrauchen, wie auch abgebaut werden kann. Eine wichtige Rolle werden dabei Häuser und Gebäude spielen, weil dort mehr als ein Drittel der gesamten Energie verbraucht wird. Wer ein Haus hat, wird sich also sicher auf kurz oder lang die Frage stellen: Lohnt sich ein Umstieg – und unter welchen Bedingungen? Stiftung Warentest hat sich das mal angeschaut.

Die Basis-Fragen

Am sinnvollsten ist es für die meisten Hausbesitzer, nicht mehr nur noch auf eine Energieform zu setzen, sondern auf mehrere verschiedene. Und hier wird es schon ein wenig kompliziert. Denn es gibt keine pauschale Lösung, die für alle gleichermaßen empfehlenswert ist. Stattdessen solltet ihr einige Fragen schon vorab klären:

  • Wie gut ist euer Haus gedämmt?
  • Welche Anschlussmöglichkeiten habt ihr im und am Haus?
  • Wieviel Platz habt ihr?
  • Was ist für euch finanziell stemmbar?

Welche Zuschüsse und Förderungen sind drin?

Besonders der letzte Punkt wird sicher für Unsicherheiten und Bauchschmerzen sorgen. Denn je energieeffizienter ein Heizsystem ist, desto teurer ist es in der Regel auch. Aber: Ihr könnt euch höhere Förderungen dafür erhalten, wenn ihr vor Beginn des Umbaus einen Antrag stellt. Bis zu 30.000 Euro könnt ihr euch so vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) für euer Vorhaben vorab holen, wenn ihr eure Ölheizung aus dem Haus verbannt. Ein bisschen Zeit müsst ihr aber einplanen, denn die Bearbeitungszeit ist gerade ziemlich lang.

Eine andere Alternative ist ein KfW-Kredit, den ihr über eine Hausbank anfragen könnt: Bis zu 60.000 Euro könnt ihr als Hauseigentümer für euer Update an der Heizanlage beantragen. Beim KfW-Kredit kriegt ihr zwar nicht das Geld vorab, dafür aber als Zuschuss in derselben Höhe bei der Rückzahlung. Ihr zahlt also nicht den ganzen Kredit zurück.

Irre kompliziert? Holt euch Hilfe!

Umbau und Finanzierung – das ist schon ziemlich heftig. Bevor es euch zu viel wird, könnt ihr euch Unterstützung durch einen Energieberater holen. Der kann euch auch bei der Auswahl der richtigen neuen Energiesysteme helfen. Und auch bei der Beantragung der Fördermittel kann ein Berater helfen. Und es lohnt sich, nicht zu lange zu warten. Zu dem Ergebnis kommt Stiftung Warentest auch. 

Einerseits ist der Andrang gerade zwar ziemlich hoch, andererseits sollen schon sehr bald Gesetzesänderungen und Reformen kommen, die noch höhere Anforderungen an neue Systeme bedeuten können.

Überblick: Vorteil, Nachteil, Kosten

Gas

  • Vorteil: oft die einfachste Lösung, geringste Investitionskosten
  • Nachteil: langfristige Betriebskosten hoch, abhängig von der Gaspreisentwicklung, hohe CO2-Belastung
  • Kosten: ca. 12.000 Euro (bis 25.000 Euro in Kombi mit Solarthermie)
  • Förderung: keine
  • (jedoch können Kosten erstattet werden, wenn die Heizung „Renewable Ready“ ist, also erneuerbare Energien nutzen könnte)


Solarthermie

  • Vorteil: gut mit anderen Anlagen kombinierbar, kann euren Bedarf an warmem Wasser bis zur Hälfte decken, wenn euer Haus gut gedämmt ist, kann sie die Heizung unterstützen
  • Nachteil: aufwendige Installation, und oft erst für Haushalte ab drei bis vier Personen wirtschaftlich
  • Kosten: 5.000 Euro bis 10.000 Euro
  • Förderung: 30 Prozent der Kosten


Luft-Wärmepumpe

  • Vorteil: können überall umgesetzt werden, brauchen keinen Schornstein
  • Nachteil: macht Geräusche, nicht geeignet für schlecht gedämmte Altbauten ohne Flächenheizung
  • Kosten: 20.000 Euro bis 25.000 Euro
  • Förderung: 35 Prozent der Kosten
  • (bei Austausch einer Ölheizung sogar 45 Prozent)


Erd-Wärmepumpe

  • Vorteil: Strombedarf geringer als bei Luft-Wärmepumpen, kein Schornstein nötig
  • Nachteil: Nicht alle Böden eignen sich, nicht überall kann gebohrt werden, große Flächen nötig für Erdwärmekollektoren, teurer und aufwendiger als Luft-Wärmepumpen, nicht für unsanierte Altbauten geeignet
  • Kosten: 30.000 Euro bis 40.000 Euro
  • Förderung: 35 Prozent der Kosten
  • (bei Austausch einer Ölheizung sogar 45 Prozent)


Pellets

  • Vorteile: vergleichsweise günstiger Brennstoff, Holz gilt als CO2-Neutral
  • Nachteile: Holz steht nur begrenzt zur Verfügung, Pellets müssen gelagert werden und brauchen Platz
  • Kosten: 25.000 Euro bis 35.000 Euro
  • Förderung: 35 Prozent der Kosten
  • (bei Austausch einer Ölheizung sogar 45 Prozent)


Fernwärme

  • Vorteile: keine Wartung nötig, kann viel CO2 einsparen
  • Nachteile: nicht überall verfügbar, immer nur ein lokaler Anbieter vor Ort, Wechsel zu anderem Anbieter nicht möglich, langfristige Verträge
  • Kosten: 8.000 Euro bis 15.000 Euro
  • Förderung: Bis zu 35 Prozent der Kosten, abhängig vom Anteil der erneuerbaren Energien oder Abwärme ist

Kurzzusammenfassung

Die steigenden Energiepreise stellen Hausbesitzer vor viele Fragen. Rechnet sich ein Umstieg? Wie kompliziert ist das alles? Und wie kommt ihr an Zuschüsse für die Modernisierung eurer Anlage ran? Hier ein Überblick!