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Jägerin Lisa aus Unterfranken

Sie isst nur selbst geschossenes Fleisch

Foto: Steffen Löffler Photographie & Film

Lisa Müller aus Bad Neustadt an der Saale ist Jägerin aus Leidenschaft. Zusammen mit Hündin Emma ist die 30-Jährige für ein 350-Hektar großes Revier zuständig. Während andere sich ihr Fleisch beim Metzger holen, schießt sich Lisa ihr Fleisch im Wald. Wenn die Tiere Schonzeit haben oder sie gerade kein Wild erwischt, lebt sie fast rein vegetarisch. Trotzdem erntet sie dafür viel Kritik. Experten sagen aber: Ohne Jagd geht es nicht mehr. Schuld daran sind wir Menschen.

Jäger haben ein schlechtes Image 

Dr. Martina Hudler ist Dozentin für Jadlehre und Wildtiermanagement. Sie hält die Jagd heute für unverzichtbar, gibt aber auch zu: Viele Jäger machen Fehler. 

Sie schießen nicht, was der Natur guttut, sondern sammeln Trophäen. Das macht das Image der Jäger aber kaputt. Viele führen sich auch auf wie Patriarchen im Wald: Es werden Reiter oder Fußgänger mit Hunden beschimpft. Wenn man sowas macht, muss man sich nicht wundern, dass die Öffentlichkeit ein schlechtes Bild hat." Dr. Martina Hudler

Was sie außerdem kritisiert: Viele Menschen seien inzwischen sehr weit weg von der Natur und hätten überhaupt kein Verständnis mehr für ihre Regelkreisläufe. 

Sie sind zum Beispiel vehement gegen die Jagd, kaufen sich aber für 2,50 Euro ihr Hendl im Supermarkt. Was wir jagen, ist dagegen genau schriftlich vorgegeben. Und mehr Bio geht gar nicht. wenn ich mich wirklich nachhaltig ernähren will, dann bitte mit Wild." Dr. Martina Hudler

Das passiert, wenn wir die Natur sich selbst überlassen

Vor allem durch den Menschen, hat sich die Natur in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Er hat Bären und Wölfe verdrängt - Rehe und Wildschweine haben also keine natürlichen Feinde mehr. Sie haben sich stark vermehrt oder sogar verzehnfacht. Denn die Bedingungen, die wir für sie geschaffen haben, sind ideal. Was also würde passieren, wenn wir unter diesen Umständen die Natur sich selbst überlassen?

Die Rehe würden sich selbst die eigene Lebensgrundlage entziehen, zum Beispiel indem sie die Wälder leer fressen. Es würde zu einer Überpopulation kommen - bis Krankheiten und Seuchen entstehen. Eine Qual für die Tiere. Aber die Überpopulation würde wieder zusammenbrechen. Nur diesen Luxus können wir uns heute nicht mehr leisten. Denn wir brauchen unsere Wälder, die Sauerstoff produzieren und CO2 speichern - für unser Klima." Dr. Martina Hudler

Sendung: Mensch, Bayern!

Kurzzusammenfassung

Lisa Müller aus Saal an der Saale ist Jägerin aus Leidenschaft. Zusammen mit Hündin Emma ist die 30-Jährige für ein 350-Hektar großes Revier zuständig. Während andere sich ihr Fleisch beim Metzger holen, schießt sich Lisa ihr Fleisch im Wald. Wenn die Tiere Schonzeit haben oder sie gerade kein Wild erwischt, lebt sie fast rein vegetarisch. Trotzdem erntet sie dafür viel Kritik. Experten sagen aber: Ohne Jagd geht es nicht mehr. Schuld daran sind wir Menschen.