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Mehr Bio in der Corona-Krise

Welchen Bio-Siegeln kannst du trauen - und welchen nicht?

Bild: dpa/picture-alliance

Gerade in der Corona-Krise, in der viele von uns häufiger selbst kochen und zu Hause essen, wächst die Lust auf regionales Gemüse oder Bio-Produkte. Im vergangenen Jahr hat die Bio-Branche ein Plus von 20% gemacht. Aber: Welchen Bio-Siegeln kannst du wirklich trauen? Welche sind eher Marketing? Und: Ist "Bio" auch nachhaltig und regional?

Das staatliche Bio-Siegel wird 20 Jahre alt 

Am staatlichen Bio-Siegel (siehe Bild unten) erkennst du Produkte und Lebensmittel, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert und kontrolliert werden. Diese Regeln sollen einheitliche Standards in der ökologischen Produktion und artgerechter Tierhaltung garantieren. In diesem Jahr wird das Siegel 20 Jahre alt. 

Für Unternehmen ist dieses Bio-Siegel freiwillig. Wer es verwendet, wird kontrolliert. Grundsätzlich müssen alle Zutaten des jeweiligen Produkts aus dem ökologischen Landbau stammen. Bis zu fünf Prozent darf nicht-ökologisch sein - aber nur, wenn diese Ausnahmen nicht in optimaler Qualität verfügbar sind. 

Das deutsche Bio-Siegel (links) und das EU-Bio-Siegel

Bio-Siegel der Europäischen Union

Seit 2010 gibt es zusätzlich ein Bio-Logo der Europäischen Union. Auch dieses Siegel dürfen nur Lebensmittel tragen, für die eine zugelassene Kontrollstelle ihre Zustimmung erteilt hat. Die Bedingungen für Herstellung, Verarbeitung, Transport und Lagerung sind streng - und die Produkte müssen ebenfalls mindestens zu 95 Prozent aus Bio-Zutaten zu bestehen. Alle vorverpackten Lebensmittel, die als Bio-Produkte in der EU erzeugt und verkauft werden, müssen das Logo verwenden.

"Bio" und "Öko" sind klar definiert, "Regional" nicht! 

Neun von zehn Bio-Produkten werden im Supermarkt gekauft. Gerade dort könnt ihr neben den staatlichen Siegeln viele weitere Logos entdecken. Einige Handelsketten haben gar eigene Bio-Siegel auf ihren Produkten. Auch Verbände oder Produkttester besitzen teils spezielle Kennzeichen. Aber sind diese Siegel nur Marketing oder zeugen sie tatsächlich von Qualität?

Grundsätzlich gilt: Die Begriffe "Bio" und "Öko" für Lebensmittel sind gesetzlich geschützt. Wer mit ihnen wirbt, muss die EU-Rechtsvorschriften nach der EG-Öko-Basisverordnung erfüllen.

- Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel

- tiergerechte Haltung mit Auslaufmöglichkeiten

- Verbot von Gentechnik 

- geringe Verwendung von Zusatzstoffen

Vorsicht: Bezeichnungen wie "kontrollierter Anbau" beruhigen zwar das Gewissen, sind aber meistens irreführend. Auch "naturnah" oder "integrierter Pflanzenanbau" sind eher Marketingbegriffe; sie haben keinen ökologischen Nutzen, weil sie gesetzlich nicht definiert sind.

Welche Produkte kommen aus der Region?

Eine einheitliche Regel fehlt bedauerlicherweise auch beim "regionalen Anbau". Für manche Hersteller ist die Oberpfalz eine "Region", für andere Bayern oder sogar ganz Deutschland. Eine "regionale" Wurst, die du in Bayern gekauft hast, kann also durchaus aus Schleswig-Holstein kommen. Weil der Begriff "Region" nicht geschützt ist, ist das nicht mal verboten.

Ein weitere Irrglaube: Bio bedeutet Regionalität und Nachhaltigkeit. Das stimmt nicht! Bio-Produkte können weit gereist sein - und aus der ganzen Welt kommen. Wenn etwas bio ist, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch aus Deutschland ist. Bio ist also nicht unbedingt immer nachhaltig. Aber: Woher ein Produkt stammt, muss in Supermärkten immer angegeben werden (übrigens auch bei Obst und Gemüse, das nicht bio ist).

Kurzzusammenfassung

Am staatlichen Bio-Siegel erkennst du Produkte und Lebensmittel, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert und kontrolliert werden. In diesem Jahr wird das Siegel 20 Jahre alt. Seit 2010 gibt es zusätzlich ein Bio-Logo der Europäischen Union. Grundsätzlich gilt: Die Begriffe "Bio" und "Öko" für Lebensmittel sind gesetzlich geschützt. Bio bedeutet aber nicht unbedingt, dass die Produkte aus der Region kommen müssen.