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Der kleine Oskar und sein letzter Wunsch

"Ich habe ihm nie gesagt, dass er sterben wird. Ich schaffe das nicht."

Bild: Instagram/@rosahering

Oskar ist gerade mal sechs Jahre alt und er hat einen Gehirntumor im Kopf. Unheilbar. Viel Zeit wird Oskar nicht mehr auf dieser Welt haben. Aber jede Sekunde will Mama Janina so schön wie möglich mit ihm, für ihn und für sie machen. BAYERN 3 durfte die beiden im Wünschewagen auf der Fahrt von Nürnberg nach München begleiten.

Der Wünschewagen ist ein Projekt des Arbeiter-Samariter-Bundes in Deutschland und erfüllt einen letzten Wunsch von Sterbenskranken. Für den sechsjährigen Oskar ist der Wünschewagen mehr als ein umgebauter Rettungswagen – es ist ein richtiger Partybus. Die Musik wird laut aufgedreht, die Decke leuchtet mit blauen und silbernen Sternen. Oskar sitzt eingemummelt in der blauen Sternchendecke, mampft Gummibärchen und lacht. Es geht ins riesige Aquarium Sea Life nach München.

Wir machen heute Oskars Wunscherfüllung. Er liebt halt Aquarien. Wir schauen halt, dass wir Oskars Wünsche erfüllen und das ist einer davon" (Oskars Mama Janina) 

Einer von vielen Wünschen… denn alle werden höchstwahrscheinlich nicht mehr erfüllt werden können. Oskar hat ein diffuses intrinisches Ponsgliom – das ist ein Hirntumor bei Kindern. Das kommt zum Glück zwar selten vor, ist dann aber fast immer tödlich.

Er weiß, dass es keine Erkältung ist. Er sagt auch manchmal, dass er wieder so sein will wie früher. Ich hab ihm aber nie gesagt, dass er so schlimm krank ist, dass er sterben wird. Das schaffe ich nicht. Weil ich auch selber sage, dass das nicht eintreten wird. Gegen alle Prognosen. Uns geht’s allen schlecht, aber wir müssen funktionieren." (Janina)
Bild: BAYERN 3

Die Überlebenszeit nach der Diagnose beträgt im Schnitt nur neun Monate. Oskars Diagnose war im vergangenen März. Sie kam wie aus dem Nichts, ganz plötzlich, unerwartet. Von einem Tag auf den anderen ging es Oskar schlecht: Übelkeit, Sprachverlust, Kontrollverlust über den Körper, Schwindel, Müdigkeit. Durch eine Chemotherapie konnten sie Zeit gewinnen. Seitdem sieht Oskar doppelt und ist motorisch etwas eingeschränkt. Außerdem hat er stark zugenommen, denn durch die Medikamente hat Oskar ständig Hunger. Und wenn er Sushi zum Frühstück möchte, dann bekommt er Sushi. Denn Oskar ist …

… der Prinz. Und wenn man der Prinz ist, dann darf man jeden Tag so leben, als wenn jeder Tag der letzte wäre. Dann machen wir uns einfach eine schöne Zeit und vielleicht auch die schönste Zeit in meinem Leben, die wir jetzt erleben" (Janina)

Oskar hat an diesem Tag einen guten Tag. Niemand würde auf den Gedanken kommen, dass seine Zeit begrenzt ist. Im Sea Life in München wackelt er etwas unsicher an der Hand von Mama vorbei an Clownfisch Nemo, streichelt Seesterne, füttert einen Rochen und schaut fasziniert auf einen Hai.

Wünschewagen will einen unvergesslichen Tag bereiten 

Immer mit dabei: zwei ehrenamtliche Betreuer vom Wünschewagen-Team. Ihr Ziel: Allen einen unvergesslichen schönen Tag zu bereiten, wo keine Wünsche offenbleiben. Luzia Taschner ist Rettungsassistentin und hat schon ganz viele Fahrten begleitet

Schöne Fahrt, bestimmt ein bitterer Beigeschmack. Aber ich seh, wie das Kind genießt und die Mama kann es auch genießen und das überwiegt. Das Kind sieht, was ihm gefällt und was ihm gut tut - und da ist es uns Erwachsenen weit voraus." (Rettungsassistenzin Luzia)

Für Janina bleibt die Erinnerung. Sie ist dankbar. Dankbar für die Unterstützung. Denn wie man das als Alleinerziehende alles schafft, ist echt bewundernswert. Die Liebe trägt sie und gibt ihr Kraft. Und Oskar hilft ihr dabei.

Oskar sagt mir immer, ich liebe dich mehr als das Universum. Und dein Herz fliegt in mein Herz und mein Herz fliegt in dein Herz, so sagen wir es immer." (Janina)

Mama Janina und Oskar haben noch viel vor. Sie werden in diesen Tagen mit dem Wohnwagen zur letzten Bratwurst vor Amerika fahren – die gibt’s in Portugal. Die wahrscheinlich letzte große Reise. 

Kurzzusammenfassung

Oskar ist gerade mal sechs Jahre alt und er hat einen Gehirntumor im Kopf. Unheilbar. Viel Zeit wird Oskar nicht mehr auf dieser Welt haben. Aber jede Sekunde will Mama Janina so schön wie möglich mit ihm, für ihn und für sie machen. Wir durften die beiden im Wünschewagen auf der Fahrt von Nürnberg nach München begleiten.