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FAKT oder FAKE?

Wetterfühligkeit: Alles nur Einbildung?

Bilder: colourbox.de/Stock Holm, colourbox.de; Grafik: Michael Pustal; Montage: BAYERN 3

Kaum schlägt das Wetter um, schmerzt der Arm an genau der Stelle, wo er vor Jahren mal gebrochen ist – obwohl alles verheilt ist? Und wenn mal wieder Föhn ist, dröhnt der Kopf? Ständig hören oder erleben wir solche Phänomene. Aber ist da überhaupt was dran?

Dass das Wetter einen Einfluss auf uns und unseren Körper hat, lässt sich nicht von der Hand weisen: Im Winter frieren wir, in der Sonne tauen wir regelrecht wieder auf. Und auch die Stimmung verändert sich bei vielen Menschen abhängig vom Wetter. Doch dann gibt es auch noch die Situationen, bei denen eine alte, eigentlich verheilte Narbe plötzlich wieder schmerzt. Oder, dass die Oma immer an ihren Gelenken spürt, dass das Wetter umschlagen wird. Kann das wirklich sein? Die kurze Antwort: Ja, aber …

Wetterfühligkeit ist schwer zu erforschen

Das Phänomen der Wetterfühligkeit ist total schwer zu erforschen. Wenn wir „Wetter“ sagen, meinen wir viele verschiedene Dinge, die das Wetter alle gleichzeitig ausmachen: Luftdruck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit zum Beispiel.

Schlägt das Wetter um, dann verändern sich alle diese Dinge meist gleichzeitig und sehr stark. Außerdem empfindet jeder Mensch die Auswirkungen unterschiedlich stark. Das alles macht die Erforschung entsprechend schwer. Immerhin konnten Studien in Druckkammern in Japan zeigen, dass Druckveränderungen Kopfschmerzen hervorrufen können.

Umfrage zeigt: Wetterfühligkeit ist weit verbreitet

Laut einer Umfrage des Deutschen Wetterdienstes von 2015 bezeichnet sich mehr als die Hälfte aller Deutschen als wetterfühlig. Die Häufigsten wetterbedingten Symptome seien Kopfschmerzen und Migräne (59 Prozent), Müdigkeit (55 Prozent), Abgeschlagenheit (49 Prozent), Gelenkschmerzen (42 Prozent) und Schlafstörungen (40 Prozent). Manche fühlen sich matt, müde, antriebslos, deprimiert oder gereizt.

Doch all diese Symptome müssten nicht unbedingt auch mit dem Wetter zusammenhängen, sagt Andreas Matzarakis vom Deutschen Wetterdienst dem BR. Stattdessen geht er davon aus, dass die meisten Beschwerden schon vorher da sind, wir sie aber gewohnt sind und darum ausblenden. Durch das Wetter könnten sie verstärkt werden.

Woher kommt Wetterfühligkeit?

Dass viele auf Wetterumschwünge empfindlich reagieren, könnte auch an unserer Lebensweise liegen. Das vermutet zumindest Angela Schuh, Professorin für medizinische Klimatologie an der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) München. Sie geht davon aus, dass Wetterfühligkeit unter anderem auf einen Trainingsmangel des Körpers zurückgeht. In dem Fall sei der Körper nicht mehr in der Lage, schnell genug zu reagieren und die richtigen körperlichen Abläufe auf das neue Wetter anzupassen. Außerdem verbringen wir laut der Forscherin zu viel Zeit in Innenräumen – zum Beispiel bei der Arbeit - und kriegen so zu wenig Tageslicht ab, was ebenfalls zu Beschwerden führen kann.

Was tun gegen Wetterfühligkeit?

  • Möglichst oft an die frische Luft gehen und bewegen: Damit helft ihr nicht nur eurem Immunsystem, sondern trainiert den Körper auch auf Anpassungen an wechselnden Wetterlagen
  • Ein möglichst konstanter Tagesablauf von der Weckzeit über die Mahlzeiten und die Schlafenszeit stärkt den Körper
  • Gesunde und regelmäßige Ernährung
  • Mindestens sieben Stunden Schlaf, ab circa 23 Uhr, können Wetterfühligkeit lindern
  • Auf Genussmittel wie Alkohol, Nikotin oder Kaffee sollten Wetterfühlige weitestgehend verzichten: Sie können Kopfschmerzen verursachen

Kurzzusammenfassung

Kaum schlägt das Wetter um, schmerzt der Arm an genau der Stelle, wo er vor Jahren mal gebrochen ist – obwohl alles verheilt ist? Und wenn mal wieder Föhn ist, dröhnt der Kopf? Ständig hören oder erleben wir solche Phänomene. Aber ist da überhaupt was dran?