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Ich bin doch keine Maschine...

3 Dinge, die ihr über Social Bots wissen solltet

Bild: dpa/picture-alliance

Hass-Posts in den sozialen Medien müssen nicht unbedingt von Menschen kommen. Es kommt vor, dass Meinung mit Maschinen gemacht wird. So genannte Social Bots machen Werbung, Stimmung oder Propaganda. Lies hier mehr darüber.

Was sind Social Bots?

Social Bots sind Nutzer in den sozialen Netzwerken, die so tun, als wären sie ganz normale Menschen, erklärt Dr. Simon Hegelich von der Uni Siegen. In Wirklichkeit werden sie aber durch eine Software gesteuert und handeln mehr oder weniger völlig autonom. Die Computerprogramme sind inzwischen so gut, dass sie über Jahre ein solches Nutzerprofil steuern können, ohne dass jemand feststellt, dass da nie irgendein echter Mensch sitzt.

Wer setzt Social Bots ein?

Das werden eigentlich immer mehr, sagt Hegelich. Es hat damit angefangen, dass Firmen Bots verwendet haben, um in den sozialen Medien Werbung für ihre Produkte zu machen. Es gibt inzwischen schon diverse Beispiele, dass Social Bots in Wahlkämpfen verwendet worden sind. Und wir wissen zum Beispiel, dass der so genannte Islamische Staat Bots verwendet, um seine Propaganda zu verbreiten.

Ist es möglich, Posts von Bots zu erkennen?

Es gibt Möglichkeiten - aber eigentlich nicht für die normalen Nutzer, so Hegelich. Die Betreiber der Social-Media-Plattformen haben entsprechende Möglichkeiten, weil sie in die so genannten Meta-Daten schauen können. Da gibt es dann Auffälligkeiten, an denen man erkennen kann, dass eine Maschine dahinter steckt. Beispiel: Echte Menschen posten in der Regel mehr unter der Woche. Viele Bots sind am Wochenende genauso aktiv. So ein Zeitprofil ist dann ein Kriterium für eine statistische Analyse, um Wahrscheinlichkeiten zu berechnen, dass ein User durch ein Botprogramm gesteuert wird.

Wenn soziale Netzwerke feststellen, dass Bots unterwegs sind, werden die gesperrt. Denn das ist in der Regel ein Verstoß gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Bleibt ein Problem: Die schiere Menge an Social Bots. Als Beispiel nennt Hegelich ein großes Botnetz, das im Ukraine-Konflikt tätig ist. Hier werden vermutlich 15.000 Twitter-Profile eingesetzt - mit 60.000 Tweets pro Tag.

Dr. Simon Hegelich ist Geschäftsführer des Forschungskollegs FoKoS der Universität Siegen und leite das Projekt "Social Media Forensics" (SoMeFo), das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. An dem Projekt sind auch das Leinnizinstitut für Sozialwissenschaften (GESIS) und die Cologne Business School beteiligt.

Kurzzusammenfassung

Hass-Posts in den sozialen Medien müssen nicht unbedingt von Menschen kommen. Es kommt vor, dass Meinung mit Maschinen gemacht wird. So genannte Social Bots machen Werbung, Stimmung oder Propaganda. Lies hier mehr darüber.

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