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Wie wir 2050 Musik hören und erleben

In Zukunft spielt die Musik direkt in unserem Hirn

colourbox/Montage: bayern3.de

Hey, werft die Kopfhörer weg: 2050 beamen Brain-Computer-Interfaces Playlists direkt in unser Hirn. Konzerte und Instrumente werden aber trotz Megarechnern, die jede mögliche Art von Musik erzeugen und abspielen können, überleben. Und schon heute ist ein virtuelles Mangamädchen aus Japan ein Pop-Superstar.

2050 spielt die Musik direkt in unserem Kopf

„Ich glaube, dass wir in den nächsten 20, 25 Jahren dahin kommen, dass wir Dinge tun können, ohne unsere Sinnesorgane zu benutzen, dass wir direkt ins Gehirn gehen mit Brain-Computer-Interfaces", sagt Futurist Gerd Leonhard. Und wir werden in Virtual Reality Musik direkt erleben können, zum Beispiel als Dirigent eines Sinfonieorchesters. 

Konzerte wird es immer geben, aber jeder hat seine eigene Musik-Wolke

Wir haben alle schon heute personalisierte Playlists. Wird jeder von uns 2050 nur noch seine Musik hören und zwar ganz alleine und abgeschirmt? Dieser Trend werde sich zwar weiter verstärken, aber dennoch werde es auch in Zukunft Konzerte geben, meint der Zukunfts-Experte. Denn Musik und andere Medien, z.B. Filme, gemeinsam zu erleben gehöre einfach zum sozialen Leben.

Rechner versus Gitarre - wir werden beides nutzen 

Musik auf dem Rechner zu mixen, ist schön und gut. Aber auch 2050 werden Musiker Instrumente in die Hand nehmen und spielen. Und das, obwohl dann Mega-Rechner mit einer gigantischen Leistungsfähigkeit jede Art von Musik erzeugen und abspielen können: "Man sagt, dass 2050 ein Computer die gesamte Kapazität aller menschlichen Gehirne haben wird. Wir reden von 10 Milliarden menschlichen Gehirnen", so Gerd Leonhard.

"Ein Computer wird früher oder später den Fast-Food-Koch ersetzen, aber er wird nie einen Fünf-Sterne-Koch ersetzen. Natürlich kann man die Daten sammeln, aber Daten sind nur ein Bruchteil der menschlichen Existenz." Gerd Leonhard, Futurist

Popstar aus der Zukunft: Hatsune Miku 

Das digitale Mangamädchen Hatsune Miku mit den langen grünen Haaren sollte 2007 nur eine japanische Software promoten, die künstlichen Gesang per Sprachsynthese erzeugt. Doch durch die Kreativität ihrer Fans, die mit der Software auch eigene Clips der Anime-Fee produzierten, wurde sie schnell zum Popstar. Sie hat über 2,5 Millionen Facebook-Fans und über 10.000 Songs gesungen, sie war mit Lady Gaga auf Tour und bei David Letterman in der Show. Zu ihren Hologramm-Konzerten kommen Zehntausende. Und  selbst Pharrell Williams persönlich hat einen Remix aus Hatsune Miku-Songs veröffentlicht. 

So hört sich Hatsune Miku an:

YouTube/The Creators Project

Last Night, Good Night (Re:Dialed) - Pharrell Williams Remix

2050: Jeder kann Musik machen und Musikvideo-Playlisten!

Ob wir Remixes am Rechner machen oder "echte" eigene Songs einspielen, 2050 kann jeder Musik machen und hochladen. Einfacher macht das das Leben als Musiker zwar auch nicht, aber wir werden unglaublich viele Möglichkeiten haben, kreativ zu sein. Zum Beispiel beim Erstellen von Playlists. Wir werden auch unser eigenes Musikfernsehen selbst machen können.  Wie "wired" berichtet, plant tape.tv ein neues Feature umzusetzen - individualisierte Videoplaylists.

Hintergrund:

Gerd Leonhard ist Schweizer und beschäftigt sich als Futurist mit Entwicklungen im Medienbereich. Dabei berät er Medienunternehmen in Zukunftsfragen und zeigt mögliche neue Geschäftsfelder auf. Wie er sagt, bezeichnete ihn das Wallstreet-Journal 2006 als "einen der führenden Medienfuturisten der Welt".  

Zur Zukunft der Musik hat das Magazin "WIRED" im Febuar einen interessanten Themenschwerpunkt erstellt, der sich u.a. mit der Frage beschäftigt, welche Sounds uns in der Zukunft ansprechen und woher sie kommen werden.