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Regional einkaufen

Supermarkt: Woher weiß ich, ob ein Produkt wirklich 'regional' ist?

Bild: colourbox

Wenn wir über gesunde und nachhaltige Ernährung sprechen, dann möchten viele von uns möglichst regional einkaufen. Die Produkte sind häufig frischer, weil sie weniger durch die Gegend gekarrt wurden – und haben dadurch oft eine bessere Klimabilanz. Aber was bedeutet 'regional' eigentlich? Wie findest du verlässlich regionale Lebensmittel im Supermarkt?

Im Supermarkt muss man gerade bei frischen Produkten nicht lange suchen – es gibt Dutzende Siegel und Hinweise, wie "Regional", "VonHier" oder "Qualität aus Bayern". Liest man aber auf der Rückseite der Verpackung mal etwas genauer nach, wird schnell klar: Der Begriff ist teilweise recht weit gefasst. 

BAYERN 3 Reporterin Joanna Thurow geht einkaufen. Im Regal mit dem abgepackten Fleisch springt ihr das gelbe Siegel sofort ins Auge: Auf der Packung mit dem Hähnchenbrustfilet steht in großen Buchstaben:

'Regional' Hähnchen aus Bayern, geschlachtet, zerlegt und verarbeitet in Bogen … das sagt mir jetzt aber natürlich nicht, wo das Hähnchen aufgewachsen ist.“

Es ist also gar nicht so einfach, direkt zu erkennen, wo die Produkte herkommen. Der Begriff "Region" ist nicht gesetzlich geregelt und auch nicht geschützt. Jutta Saumweber von der Verbraucherzentrale Bayern erklärt, was der Begriff 'regional' alles bedeuten kann:

Im Prinzip kann das alles sein, dass das Produkt in Bayern zum Beispiel produziert ist oder hergestellt wird - oder es kann sein, dass nur ein Verarbeitungsschritt wie die Verpackung in Bayern ist.“ (Jutta Saumweber von der Verbraucherzentrale Bayern)

Gerade bei Produkten wie Fleisch wird es schnell besonders tricky. Denn hier finden die einzelnen Verarbeitungsschritte wie Aufzucht, Schlachtung und Verarbeitung in der Regel nicht an einem Ort statt.

Also der Begriff 'regional' ist nicht geregelt und deshalb auch nicht geschützt." (Jutta Saumweber von der Verbraucherzentrale Bayern)

Deswegen empfiehlt Jutta Saumweber bestimmte Siegel, die klar definiert sind und auch unabhängig vom jeweiligen Supermarkt geprüft werden. Hier sind zwei Beispiele:

Zwei Siegel für regionale Qualität: Das 'Regionalfenster' und die 'Geprüfte Qualität Bayern'

1. Das Regionalfenster

Das ist ein rechteckiges Feld, auf dem die Hersteller drei Infos angeben können: 1. Wo kommt das Produkt her? 2. Wo wurde es verarbeitet? Und 3. Wie hoch ist der regionale Anteil? Das wird vom Verein „Regionalfenster“ überprüft – die Angaben sind freiwillig. Aber – wenn sie draufstehen – dann sollte man sich darauf verlassen können.

2. Das Siegel "Geprüfte Qualität"

Ein eher unauffälliges Logo, oval, mit Bayernflagge. Alle Produkte mit diesem Siegel kommen aus Bayern – das wird staatlich überprüft, von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Professor Richard Balling ist für das Siegel mitverantwortlich und erklärt, welche Kriterien dabei für Fleisch gelten:

Wenn man das Produkt Schweinefleisch oder Nackensteak hernimmt, dann heißt das: Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung in Bayern." (Professor Richard Balling)

Zusätzlich muss ein überwiegender Teil des Futters für die Tiere aus Bayern stammen. 

>> Mehr Infos bei BR24: Wie regional ist "regionales" Fleisch wirklich? (Joanna Thurow)

Was bedeutet "regional"? - Das sagen die Supermärkte!

Aldi Süd erklärt auf BR24-Anfrage zu seiner Eigenmarke "Bestes aus der Region", dass die Zutaten überwiegend aus der gekennzeichneten Region kommen, die Hauptzutat müsse vollständig von dort stammen. 

Auch die Produktion beziehungsweise Verarbeitung muss in derselben Region stattfinden. In Ausnahmefällen darf in einem kleinen Umkreis in der Nachbarregion verarbeitet werden." (Aldi Süd)

Edeka Südbayern antwortet auf BR24-Anfrage: Die Herkunft der Produkte sei an der Theke, auf dem Etikett und online einsehbar. Beim Fleisch setze das Unternehmen auf die Eigenmarke "Südbayerische Fleischwaren" und das Fleisch stamme "fast ausschließlich von Bauern aus der Region." Dabei arbeitet das Unternehmen zum Teil auch mit dem staatlich geprüften Siegel "Geprüfte Qualität" zusammen.

Für die als regional gekennzeichneten Produkte der Allgäuer Supermarktkette Feneberg gilt nach Auskunft des Unternehmens eine vergleichsweise einfache Regel: Das Fleisch stammt aus einem Umkreis von maximal 100 Kilometern rund um den Firmensitz in Kempten.

"Regional" sagt nichts über Tierhaltung aus

Ein "Regional"-Siegel sagt nichts darüber aus, wie das Tier gehalten wurde. Wenn du also zusätzlich Wert auf andere Kriterien, wie Tierhaltung oder biologischen Anbau legst, dann solltest du dich nicht auf den Begriff 'regional' verlassen. Denn der gibt – wenn überhaupt – nur an, dass das Produkt aus der Region stammt. Wer ganz sicher gehen will, der sollte das jeweilige Logo am besten einmal kurz googlen – um zu wissen, was wirklich dahintersteckt.  

>> Auch interessant: Welchen Bio-Siegeln kannst du trauen - und welchen nicht?

Kurzzusammenfassung

Frisch, kurze Transportwege, besseres Klimabilanz: Die Vorteile von regionalen Lebensmitteln sind bekannt. Doch der Begriff "regional" ist nicht rechtlich geschützt, kann also vieles bedeuten.