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PR-Desaster für United Airlines

Passagier aus Maschine gezerrt

Bild: Twitter

So wie die größte US-Fluggesellschaft United Airlines sollte man es nicht machen. Weil ein Flug überbucht war und kein Passagier freiwillig später flog, wurde ein Mann aus dem Flieger gezerrt - ein Image-Desaster.

Schnell verbreitete sich das Video, das einer der Passagiere mit seinem Smartphone aufgenommen hatte, über die sozialen Medien. Im Internet wurde es millionenfach geklickt. Schließlich strahlten es die US-Fernsehsender in ihren Hauptnachrichten-Sendungen am Abend aus.

Zu sehen sind drei Flughafen-Polizisten, die einen 69-jährigen Passagier mit Gewalt aus seinem Sitz reißen. Der Mann wehrt sich mit lauten Schreien. Mit blutender Nase wird der am Boden liegende Fluggast von den Polizisten zum vorderen Ausgang gezerrt.

Die anderen Passagiere trauen ihren Augen nicht: "Mein Gott! Was machen Sie mit ihm?“, empört sich eine Frau.

Überbucht - aber niemand wollte gehen

Was war passiert? Der United Airlines-Flug am Sonntagabend von Chicago nach Louisville in Kentucky war - wie so viele Flüge in den USA - überbucht. Außerdem wollte die Fluggesellschaft kurzfristig vier zusätzliche Crew-Mitglieder mitnehmen, weil diese am nächsten Morgen in Kentucky sein mussten. United Airlines suchte also nach Freiwilligen, die bereit waren, für 400 Dollar und eine kostenlose Hotelübernachtung auf ihren Flug zu verzichten. Doch auch als das Angebot auf 800 Dollar verdoppelt wurde, meldete sich niemand. Alle Passagiere wollten noch am Sonntagabend nach Hause fliegen.

Also wählte United Airlines vier Passagiere nach dem Zufallsprinzip aus und forderte sie auf, das Flugzeug zu verlassen. Drei gehorchten, doch der 69-jährige Mann weigerte sich. "Er war überhaupt nicht rebellisch", sagte Augenzeuge John Klaassen dem Sender CNN: "Als die Stewardess sagte, er müsse das Flugzeug verlassen, sagte er: Ich bin Arzt. Auf mich warten morgen Patienten. Ich muss zurück nach Louisville und bleibe im Flugzeug."

Flughafen-Polizist beurlaubt

Daraufhin wurden die Flughafen-Polizisten gerufen. Einer von ihnen wurde wegen seines rabiaten Vorgehens mittlerweile beurlaubt. Zur Begründung sagte die Flugsicherheitsbehörde von Chicago: Der Vorfall sei nicht im Einklang mit dem standardmäßigen Prozedere in solchen Fällen gewesen.

Der Vorstandsvorsitzende von United Airlines, Oscar Munoz, entschuldigte sich über Twitter: Das Verhalten des Polizisten ärgere alle bei United. Er werde sich mit dem betroffenen Passagier in Verbindung setzen.

Doch auch United Airlines habe sich unmöglich verhalten, kritisierte Douglas Kidd vom Verband der Fluggäste. Zwar habe United notfalls das Recht, Passagiere gegen ihren Willen aus überbuchten Fliegern zu entfernen. Unverständllich sei jedoch, warum man zuvor den Passagieren nicht die Höchstsumme von 1350 Dollar angeboten habe: "Es ist nicht nur ein PR-Desaster, sondern auch ein Beispiel dafür, wie man Passagiere, die schon im Flugzeug sitzen, nicht behandeln sollte."

Das sagt BAYERN 3 Rechtsexperte Kay Rodegra

Es ist kein Einzelfall, dass Maschinen überbucht werden. Das passiert tagtäglich auch in Deutschland. Der Passagier wird dann mit der nächsten Maschine transportiert und kann auch eine Entschädigung verlangen. Verpasse ich dadurch zum Beispiel einen wichtigen geschäftlichen Termin und geht mir Geld verloren, kann ich einen Anspruch geltend machen. Außerdem gelten die EU-Fluggastrechte, und die sagen ganz klar: Wenn es zu einer Überbuchung kommt, hat der Passagier ein Recht auf Entschädigung. 250 Euro auf der Kurz- und 600 Euro auf der Langstrecke. Die Fluggesellschaft darf dabei tatsächlich auslosen, welche Passagiere erst auf den nächsten Flug dürfen - aber nur, wenn sie vorher nach Freiwilligen gesucht hat." (BAYERN 3 Rechtsexperte Kay Rodegra in BAYERN 3 Update)


Quelle: Tagesschau.de

[Sendung: BAYERN 3 - Update]

Kurzzusammenfassung

So wie die größte US-Fluggesellschaft United Airlines sollte man es nicht machen. Weil ein Flug überbucht war und kein Passagier freiwillig später flog, wurde ein Mann aus dem Flieger gezerrt - ein Image-Desaster.

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