Von einer Bank zur anderen

3 Schritte, wie du dein Girokonto wechselst

Bild: colourbox.com

Deine Bank hat die Gebühren erhöht? Aber das Girokonto deswegen wechseln, das ist dir dann doch zu aufwendig? Stimmt nicht (mehr)! Denn mit dem neuen "Zahlungskontengesetz", das seit Sonntag gilt, muss dich deine Bank unterstützen, damit nichts schiefläuft. Und du sparst richtig Geld.

Viele Kunden ärgern sich über ihre Banken. Nicht nur, weil derzeit immer mehr Geldhäuser sehr deutlich ihre Gebühren erhöhen. An einen Kontowechsel denken deshalb sicher viele, aber vollzogen haben ihn nur die wenigsten. Das neue "Zahlungskontengesetz" soll Abhilfe schaffen. 

Wir können dem Kunden ermöglichen, bei uns in einer Filiale einen Auftrag zu erteilen, dass wir seine gesamten Umsätze von der anderen Bank herüberholen oder informieren, dass er eine neue Bankverbindung hat." (Patrick Stege von der Commerzbank in München)

Die weiteren Schritte schreibt das neue Zahlungskontengesetz ganz klar vor, erläutert Verbraucherschützer Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern: "Die neue Bank hat zwei Tage Zeit, bei der alten Bank eine entsprechende Anforderung der nötigen Information zu stellen. Die alte Bank muss der neuen dann nach fünf Tagen diese Daten liefern. Die wiederum hat fünf Tage Zeit, um diese Umstellung zu machen. Nach insgesamt 12 Tagen kann man diesen Wechsel realisieren."

Die Haftung für eventuelle Fehler übernehmen die Banken. Damit keine Daueraufträge für Mieten, Stromrechnungen und Versicherungen oder die Gutschrift des Gehaltes übersehen werden, wird alles von der neuen Bank gut überprüft, so Patrick Stege von der Commerzbank:

"Es wird ein Zeitraum betrachtet von 13 Monaten, indem alle Zahlungen des Kunden übermittelt werden. Dann geht man davon aus, dass alle Daueraufträge erfasst sind, die in einem Jahr so abgebucht werden. Und alle Lastschriften enthalten sind, die man so abbuchen lässt."

Du kannst natürlich alles auch selbst in die Hand nehmen - das sind dann die drei Dinge, die du beim Girokonto-Wechsel beachten solltest!

1. Wohin wechseln?

Bei der Wahl des neuen Girokontos gibt's einiges zu beachten. Denn es sind nicht nur die monatlichen Kontoführungsgebühren, die ins Geld gehen können. Auch fürs Abheben oder zusätzliche Kreditkarten fallen oft Kosten an. Mach dir deshalb vorab Gedanken, was dir persönlich wichtig ist und welchen Service du von deinem neuen Kreditinstitut erwartest: Brauche ich ein großes Geldautomaten-Netz? Ist es wichtig, dass direkt bei mir um die Ecke eine Filiale ist - oder mach' ich eh alles online? Welche Kreditkarten brauche ich zusätzlich und was dürfen die kosten? Und auch bei kostenlosen Girokonten ist es sinnvoll, sich ein, zwei Fragen vorab zu stellen. Zum Beispiel, ob monatlich ein bestimmter Mindesteingang verlangt wird oder was es kostet, das Konto auch mal zu überziehen.

2. Wie wechseln?

Wechseln kannst du jederzeit, denn bei einem Girokonto gibt es keine langen Kündigungsfristen und begründen musst du deinen Wechsel auch nicht. Schau dir die Kontoauszüge der vergangenen Monate an, um zu sehen, wer da regelmäßig abbucht bzw. wem du regelmäßig Geld überweist (Arbeitgeber, Vermieter, Stromanbieter, Mobilfunkanbieter, Versicherungen, Finanzamt, Sportverein ...). Dann Daueraufträge löschen und beim neuen Konto einrichten und alle, die abbuchen, über die neue Bankverbindung informieren. Tipp: Auch wenn die neue Bank beim Umzug hilft, schau immer noch mal selbst, ob auch an alles gedacht wurde. Das erspart späteren Ärger.

3. Musterbriefe und Kündigung

Musterbriefe für den Kontowechsel gibt's im Internet, zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale. Der Vorteil, wenn du mal ganz genau auf die Abbuchungen schaust: Vielleicht gibt's ja das ein oder andere Abo, das du eigentlich gar nicht mehr willst. Oder für den Handy-Vertrag wird ein Vielfaches dessen abgebucht, was gerade so in den Werbeanzeigen steht. Also wenn du schon dabei bist ... ;-)

Am besten, du lässt das alte Konto noch zwei bis drei Monate parallel weiterlaufen - so bemerkst du, wenn du was übersehen oder vergessen hast. Danach kannst du dann das alte Konto endgültig schließen. Restguthaben wird einfach aufs neue Konto überwiesen.

Kurzzusammenfassung

Deine Bank hat die Gebühren erhöht? Aber das Girokonto deswegen wechseln, das ist dir dann doch zu zu aufwendig? Stimmt nicht mehr. Denn mit dem neuen "Zahlungskontengesetz", das seit Sonntag gilt, muss dich deine Bank unterstützen, damit nichts schiefläuft. Und du sparst richtig Geld.

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